Wo die wilden Kerle leben

Alaska im Winter

Alaska – das bedeutet Weite, Natur und Einsamkeit. Auf einer Fläche, die viermal so groß ist wie Deutschland, leben gerade einmal 700.000 Menschen. In dieser Weite sind sie auf Buschpiloten angewiesen. Sie sind die Taxis Alaskas, liefern Post aus, bringen Ärzte zum Einsatzort, Touristen in die Nationalparks oder zum Aussteiger Andy Hütten. Der Österreicher ist seit 1993 in Alaska. 20 Jahre lang ist er in der Weltspitze bei Schlittenhunderennen mitgefahren.

Heute zeigt er Touristen die Wildnis oder liefert Medikamente in die entlegensten Winkel aus. Seine Hunde seien sein Leben, seine Familie. Wir begleiten ihn auf einer seiner Touren. Wenn er von Alaska erzählt, gerät er ins Schwärmen: „Diese Weite befreit. Deshalb bin ich nach einem Rennen einfach hier geblieben!“ Viele Touristen kommen im Sommer nach Alaska, dabei sei der Winter hier zwar eiskalt, aber wunderschön und friedlich. Nur um diese Jahreszeit kann man die Nordlichter sehen und mit viel Glück sogar Polarbären.

Eine Surftour der etwas anderen Art

Die Surfer rund um Scott Dickerson lassen sich von dieser Kälte allerdings nicht abhalten. Surfen in Alaska, für viele der Traum. In Homer geht es per Boot aufs Meer. Eine Surftour der etwas anderen Art: Kein Sandstrand, sondern schneebedeckte Gipfel umgeben uns. „Hawaii kann jeder. Wer sich hier bei den eisigen Temperaturen ins Wasser traut, wird mit menschenleeren Wellen und einer einzigartigen Natur belohnt“, schwärmt Scott. Zum Beweis surft er für uns die Wellen auf und ab.

In Wiseman, einem kleinen 29-Seelen-Dörfchen, lebt Jack Raekoff. Er ist hier geboren, seine Eltern wanderten einst nach Alaska aus, ließen sich in Wiseman als Trapper und Jäger nieder. Hier gibt es keine Läden oder Restaurants. Jack lebt heute noch von der Jagd, von Beeren und selbst angebautem Gemüse. Von Zeit zu Zeit bekommt er vom Buschpiloten ein paar Sachen geliefert. Und natürlich ein paar Nachrichten. Trotz seines zurückgezogenen Lebens setzt sich Jack mit der Politik in Alaska auseinander, vor allem mit den Ölbohrungen und der Ausbeutung der Arktis.

Direkt neben Wiseman verläuft der 666 Kilometer lange Dalton Highway, der als Versorgungsstrecke für den Bau der Nordalaska-Ölpipeline gebaut wurde. Eine ewige Fahrt, um uns ist nichts als Weite – langsam beginnen wir die Dimensionen Alaskas zu begreifen, aber auch die Härten, die das Leben in diesem Land mit sich bringt. Kälte und Eis machen selbst den hartgesottenen Truckern zu schaffen. Der Beruf zählt weltweit zu den gefährlichsten. „Hier fühlt man sich wie am Ende der Welt“, sind sich die Fahrer einig, die wir an einem der wenigen Truckstops bei einer warmen Mahlzeit treffen.

Ob Touristen, Auswanderer oder echte Kerle wie Surfer, Buschpiloten und Eistrucker – sie alle fasziniert das pure, einfache Leben in der grandiosen Landschaft Alaskas, wo man noch etwas von der Unberührtheit der Natur, ihrer Schönheit und ihrer unerbittlichen Härte erahnen kann.

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