Wohin treibt der Islam? (2/2)

Scharia und Demokratie

In Europa und Deutschland treffen Koran und Demokratie aufeinander. Wie beides zusammen passt, danach fragt die zweite Folge der Dokumentation.

"Ich gehorche nur Gott und für den Abfall vom Glauben ist das islamische Urteil das Todesurteil." Diese Aussage eines strenggläubigen deutschen Muslims erwecken Zweifel an dem Engagement für den demokratisch verfassten Staat. Der zum Christentum konvertierte Nassem Ben Iman fürchtet den Zorn von religiösen Eiferern und beklagt: "Ich kann mich nicht frei in Deutschland bewegen." Deswegen bekommt er Personenschutz.

Scharia-Gerichte in Europa?

Die Scharia gilt nicht nur in Saudi-Arabien, sondern auch anderswo wird islamisches Recht teilweise gesprochen. So wie in dem Scharia-Gericht in einem Stadtteil von London, wo Eheangelegenheiten geschlichtet werden. Für Deutschland lehnt Innenminister Thomas de Mazière diese Praxis entschieden ab. Die Theologin Hamideh Mohagheghi ist überzeugt davon, dass die Demokratie die beste Staatsform für die Muslime ist.

Der Blick nach Indonesien zeigt, wie der sogenannte "smiling islam" in der mit 280 Millionen Menschen größten muslimisch geprägten Demokratie funktioniert. In Deutschland ist die Demokratie für die meisten Muslime längst eine Selbstverständlichkeit geworden. Der Grünenpolitiker Cem Özdemir sieht sich als Vorbild und Ermutiger für Muslime und Migranten in dieser Demokratie: "Das ist einer von uns, der hat es gepackt" wird ihm immer wieder voller Respekt gesagt.

Probleme nicht islamisieren

Angesichts zorniger junger Männer, die in den Vorstädten Frankreichs demonstrieren und randalieren, warnt der bekannte Vertreter eines europäischen Islam, Tariq Ramadan: "Wir sollten aufhören, ständig Probleme zu islamisieren." Er fordert für die junge Generation soziale und wirtschaftliche Chancen in der Gesellschaft. Doch die Angst vor dem Islam ist groß. Dies zeigen der Minarettstreit in der Schweiz und die Proteste gegen einen Moscheebau in Köln.

Mit Fakten, Einblicken und Einschätzungen will der Film einer oftmals diffusen Stimmungs- und Kenntnislage begegnen. Wohin treibt der Islam? Dort wo der Islam auf die christlich geprägte Kultur trifft, stellen sich ganz neue Herausforderungen. An dieser Nahtstelle suchen die Autoren Friedrich Klütsch und Daniel Gerlach nach Antworten bei Experten, wichtigen Stimmen des Islam und vor allem bei Menschen und ihren Geschichten. Dabei entsteht ein vielfältiges Bild des Islam, das auch zeigt, wie in Zukunft ein zeitgemäßer Islam in Deutschland aussehen kann.

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