Zertrümmerer und Verräter?

Arbraham zerschlägt Götzen und verrät Sara

In der jüdischen Tora und im Alten Testament der Bibel ist Abrahams Lebensgeschichte ausführlich niedergeschrieben. Auch der Koran, das Heilige Buch der Muslime, berichtet von ihm. Er soll der erste gewesen sein, der die Vielgötterei seiner Umgebung ablehnte und sich dem einen einzigen Gott zuwandte. Und Abraham überlässt seine Frau dem Pharao, weil er Angst hat um sein eigenes Leben.

Ägypter nehmen Sara mit sich
Ägypter nehmen Sara mit sich Quelle: ZDF

Abraham, der im Arabischen "Ibrahim" heißt, dachte schon in jungen Jahren, dass es etwas Größeres als Sonne, Mond und Sterne geben muss. Nach der muslimischen Überlieferung suchte er einen Schöpfer, der hinter allem stand. Ibrahim gab sich in Demut dem einen, wahren Gott hin - und Gott segnete ihn und machte ihn zu seinem Freund.

Pilger aus aller Welt kommen zur großen Moschee in Sanliurfa, um ihrem Stammvater zu gedenken. Die Fischteiche neben der Moschee erinnern an Abrahams Kampf gegen die Vielgötterei seiner Zeit. Nach jüdischer und muslimischer Tradition zerschlug der junge Gläubige voller Leidenschaft leere Götzenbilder, die die Menschen seiner Umgebung anbeteten. Der Überlieferung nach warfen die Menschen Abraham ins Feuer. Aber Gott rettete ihn, machte das Feuer zu Wasser und das brennende Holz zu Fischen, und die brachten Ibrahim sicher an Land.

Fischteiche neben der Moschee in Sanliurfa
Fischteiche neben der Moschee in Sanliurfa Quelle: ZDF

Sara und der Pharao


Nach der Heiligen Schrift zog Abraham mit seiner Sippe in Richtung Ägypten. Als Zeitraum kommt 2000 bis 1000 vor Christus in Frage, der genaue Zeitpunkt bleibt Spekulation. Der Auslöser der Wanderung könnte eine schwere Hungersnot in Kanaan gewesen sein, von der Dürreperiode berichtet das Alte Testament. "Neuere Forschungen vom Toten Meer bestätigen, dass es offensichtlich zweimal in der Antike sehr starke Hungersnöte gegeben hat", bestätigt Wolfgang Zwickel, Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Die Bibel schildert Sara als auffallend schöne Frau. Als sie in der Nähe der ägyptischen Grenze waren, fürchtete Abraham um sein Leben, denn: "Wenn die Ägypter sie sehen", dachte er, "werden sie sagen, das ist seine Frau. Sie werden mich erschlagen und Sara zum Pharao bringen". Deshalb bat Abraham seine Frau, so zu tun, als wäre sie seine Schwester. Tatsächlich begehrte der ägyptische Herrscher die schöne Fremde. Abraham gab seine angebliche "Schwester" frei, und Sara wurde in den Harem des Pharaos gebracht.

Nicht nur positiv

Sara und Abraham verlassen Ägypten
Sara und Abraham Quelle: ZDF


Obwohl Abraham Sara an die Ägypter verraten hatte, verließ ihn sein Gott nicht. "Ich würde Abraham aber nicht entschuldigen wollen. Die gesamte Geschichte von Abraham, Hagar und Sara, den Erzeltern, zeigen Abraham nicht nur positiv", sagt Professor Ulrike Bechmann, Religionswissenschaftlerin der Universität Graz über das Verhalten Abrahams: "Er bekommt in Genesis 12 den Segen und das nächste, was er tut, ist, dass er Sara an die Ägypter verrät."

Sara und Abraham verlassen Ägypten
Sara und Abraham Quelle: ZDF

Happy End mit Sara und Besitz

Der Bibel nach beschenkte der Pharao Saras angeblichen Bruder großzügig mit Gold und Silber, außerdem erhielt er Viehherden, Esel und Kamele. Doch Abraham vermisste Sara. Da plagte Gott den ägyptischen König, bis dieser merkte, dass Sara verheiratet war. Er gab sie deshalb großzügig ihrem Mann zurück, und ließ sie bis zur Grenze geleiten. Abraham verließ das Land als reicher und gesegneter Mann.

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