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Aus der islamischen Welt

Das Museum für Islamische Kunst

Im Museum für Islamische Kunst stellen sich kaum Probleme um die Herkunft der Objekte. Die meisten Exponate wie das Aleppozimmer wurden käuflich erworben. Sie stammen fast aus der ganzen ehemals islamisch beherrschten Welt.

Aleppozimmer
Das Aleppozimmer ist wegen der Wandverkleidung weltbekannt.

Das Aleppozimmer diente um das Jahr 1600 herum einem christlichen Kaufmann in Syrien als Repräsentationsraum. Es besteht aus einer einzigartigen Wandvertäfelung. Durch die Wahl ihrer Motive - christliche ebenso wie islamische - wollte er all seinen Gästen gerecht werden. Das Zimmer ist ein Objekt städtischer Wohnkultur als Zeugnis für das Nebeneinander verschiedener Religionen.

Vom Gegenständlichen zum Abstrakten

Die Objekte dienten zum Teil auch religiösen Zwecken wie die Gebetsnische mit Stalaktiten aus Damaskus oder die als Fayencemosaik gestaltete Gebetsnische aus Konya. Aus dem höfischen Bereich stammt die hölzerne Kuppel eines Aussichtsturmes der Alhambra in Granada. Aber auch Gegenstände des gehobenen täglichen Bedarfs, wie sie an Sultan-, Kalifen- oder Paschahöfen benutzt wurden, sind ausgestellt. Ihre Entstehungszeit liegt zwischen 600 und 1200 nach Christus.

Eine Gemeinsamkeit islamischer Kunst - wenn sie über solche Zeitspannen und räumliche Distanzen überhaupt ausgemacht werden kann - ist die Entwicklung von der gegenständlichen zur abstrakten Form. In den Katakomben des Museums liegen noch viele Exponate, die noch niemand außer den Wissenschaftlern gesehen hat. Was für alle Besucher zu sehen ist und trotz schwerer Kriegsschäden als herausragende Sammlung ihres Genres in der Welt gilt, das sind die Teppiche des Museums für Islamische Kunst. Teppiche, die Geschichten erzählen, religiöse Bekenntnisse sind und nicht selten zu neuen Einsichten führen.

Imposante Ruine

Höhepunkt und Rückgrat des Hauses ist die Mschatta-Fassade. Mitte des 8. Jahrhunderts wurde sie als Umfassungsmauer eines frühislamischen Kalifen-Palastes erbaut. 1903 kam sie als Geschenk des osmanischen Sultans an Wilhelm den II. nach Berlin.

Noch als Ruine ist die Fassade imposant. Tiere und Fabelwesen bedecken die prachtvolle Schauseite auf der einen Hälfte, auf der anderen herrschen pflanzliche und abstrakte Motive vor. Mschatta bedeutet wörtlich übersetzt "Winterlager". Jahrhunderte lang wurde die Ruine - heute in der Nähe des Flughafens von Amman - von Beduinen und ihren Herden als Unterstand genutzt. Immer noch künden auch hier letzte Reste von ihrer einstigen Schönheit.

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