Der Mann, der Nofretete verschenkte

James Simon, der vergessene Mäzen

Doku | Jahrhundertprojekt Museumsinsel - Der Mann, der Nofretete verschenkte

In der 12. Folge ihrer Langzeitdoku porträtiert Carola Wedel den engagierten Förderer der Museumsinsel. Simon finanzierte mehrere Ausgrabungen im Orient, unter anderem auch die Suche nach Nofretete.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.12.2020, 14:28

Am 6. Dezember 2012 ist es genau 100 Jahre her, dass Nofretete, die weltbekannte bunte Gipsbüste, in der Wüste von Amarna entdeckt wurde. Damals eine Sensation, heute ein weltbekanntes Highlight der Museumsinsel, das jährlich Tausende von Besuchern anlockt.

Ausgrabung Babylons (historische Aufnahme)
Auch die Ausgrabung Babylons hat Simon finanziert.

Kaum jemand weiß, dass die jahrelangen Grabungen, die schließlich die ägyptische Königin ans Tageslicht holten, von James Simon (1851 – 1932) bezahlt wurden, dem jüdischen Baumwollgroßhändler und Millionär, der beträchtliche Teile seines Vermögens für die Museumsinsel ausgab. Alle Kunstwerke und Objekte aus Amarna, das Ischtar Tor und die Prozessionsstraße aus Babylon, über 600 Kunstwerke der italienischen und nordalpinen Renaissance, Gemälde und Skulpturen hat er den Berliner Museen geschenkt.

Unbekanntes Bildmaterial entdeckt

Aber nicht nur der Kunst galt sein Mäzenatentum, sondern auch den Armen und Bedürftigen, allen voran den Arbeiterkindern, die im aufstrebenden Berlin der Jahrhundertwende große Not litten. Ab Mitte der 1920er Jahre musste er allerdings sein soziales und kulturelles Engagement reduzieren, da er in Folge der Inflation und zunehmender Konkurrenz durch Kunstfasern große Teile seines Vermögens verloren hatte. Schnell nach seinem Tod im Mai 1932 geriet er in Vergessenheit, vergessen und verdrängt in der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch zu DDR-Zeiten. Sogar heute noch ist James Simon weitgehend vergessen. Das wird sich wohl erst nach Eröffnung des neuen Eingangsbereichs ändern:  Die "James-Simon-Galerie" wird nach dem großen Gönner der Berliner Museumsinsel benannt sein und befindet sich gerade im Bau.

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Irene Bader, Urenkelin James Simons
Irene Bader erzählt von ihrem Urgroßvater.

Zum allerersten Mal gibt es nun einen Film über diesen Mann und sein wechselvolles Leben. Die Dokumentation von Carola Wedel zeichnet den ergreifenden Lebensweg James Simons nach, wobei die Autorin in aufwändiger Recherche bisher nie veröffentlichtes Bild- und Fotomaterial zutage gefördert hat, das nun erstmals zu sehen ist. Carola Wedel lässt auch Historiker, Museumsdirektoren und Nachfahren zu Worte kommen und präsentiert einige der herausragenden Kunstwerke, die Berlin dem großen Mäzen zu verdanken hat. Außerdem werden in spielfilmähnlichen Sequenzen zentrale Situationen und Begegnungen seines Lebens in Szene gesetzt.


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