Die Welt auf einer Insel

Visionen für den Berliner Schlossplatz

Der Schlossplatz in Berlin ist Deutschlands wohl prominenteste Baustelle. Im Herbst dieses Jahres ist der Palast der Republik abgerissen worden, der an der Stelle des 1950 zerstörten Hohenzollern-Schlosses gestanden hatte. Mit der Entscheidung des Architekturwettbewerbs zum "Humboldt-Forum" beginnt dann der Bau des neuen Schlossplatzes. In seinem Zentrum der einzigartige Weltort der Kulturen, das wieder aufgebaute Schloss.

Modell Berliner Schloss
So soll das neue alte Berliner Schloss einmal aussehen.

Ein hochpolitischer Ort, der Kunst und Kultur, Bildung, Unterhaltung und Wissenschaft auf neue Weise verbinden soll sowie Ausstellungen von und mit der Kunst außereuropäischer Völker zeigt - historisch und zeitgenössisch. Ein weltweit beachteter Ort der Begegnungen soll entstehen.

Als Erweiterung der benachbarten Museumsinsel mit ihren Schätzen, die die Wurzeln der europäischen Kunst und Kultur darstellen und für die Wilhelm von Humboldt Pate steht, sollen im "Humboldt-Forum" - benannt nach Alexander von Humboldt, dem Weltreisenden, Naturforscher und Humanisten - die Kulturen der Welt gezeigt werden. Einmalige Sammlungen aus Amerika, Asien, Afrika und Ozeanien, die zurzeit noch in Dahlem untergebracht sind. Und nicht nur Berliner Museumsleute, sondern auch Vertreter der repräsentierten Völker sollen an der Art der Präsentation mitwirken.

Weltplatz der Kulturen

Der Film von Carola Wedel dokumentiert die Entwicklung dieses Konzepts und begleitet zum Beispiel den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bei seinen Reisen zu vorbildhaften Museen und Institutionen, die auch indigene Völker an der Konzeption und Gestaltung ihrer Häuser beteiligten. Ausführlich wird dokumentiert, wie heiß in Berlin über Konzepte und Visionen der zukünftigen Schloss-Nutzung, des Humboldt-Forums, diskutiert wird. Von der "Humboldt-Initiative" prominenter Bürger bis hin zur Diskussion um den Architektenwettbewerb des Schloss-Wiederaufbaus.
Neben dem Blick in die Zukunft wird es auch einen Blick in die Vergangenheit geben: die Entstehung und Zerstörung des kaiserlichen Schlosses, der Ideenwettbewerb für die Zukunft des Platzes, der Abriss des Palastes der Republik und die Diskussion um die Rekonstruktion der historischen Schlossfassaden, die schließlich sogar den Deutschen Bundestag beschäftigte.

Ohne eine Beteiligung möglichst vieler Bürger wird der ambitionierte Bau des Humboldt-Forums nicht möglich sein. Eine große bürgerschaftliche Anstrengung ist nötig, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, nämlich die Museumsinsel mit dem Schloss zu verbinden, zu einem einmaligen Weltplatz der Kulturen.

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