Eine Milliarde Euro für die Kunst

Die Museumsinsel auf dem Weg in die Zukunft

Zehn Jahre soll die Gesamtinstandsetzung der Berliner Museumsinsel, einem weltweit einmaligen Ensemble von fünf herausragenden Museumsgebäuden, dauern. Über eine Milliarde Euro wird die Renovierung des größten Universalmuseums der Welt mit Werken aus 5000 Jahren Kulturgeschichte kosten.

Animation Außenanlage Museumsinsel
So soll die Außenanlage der Museumsinsel einmal aussehen.

Mehrere Architektenbüros wurden mit diesem Großprojekt beauftragt. Der englische Architekt David Chipperfield ist nicht nur für die Renovierung des Neuen Museums, sondern auch für den so genannten Masterplan, die Verbindung der Häuser, das Gesamtkonzept, zuständig. Dabei geht es darum, dass in Zukunft, wenn noch sehr viel mehr Besucher auf die Insel kommen, diese sich besser orientieren können. Dazu soll es neben den einzelnen Eingängen für jedes Haus auch eine gemeinsame Passage zur Erschließung von vier der Museen geben.

Die archäologische Promenade

Die dafür notwendigen Sockelgeschosse sind bereits in die Gesamtinstandsetzung jedes Hauses einbezogen. Letztlich ist nur noch zu klären, wie sie verbunden werden. Es soll ein Weg entstehen, der mal durch Höfe mal durch Gänge führt, mal enorme Höhen hat, mal flache Gewölbe, der in Tiefen hinunter und über Treppen nach oben verläuft, der mal eng und mal weit ist.

Miteinander verbunden, erzählen die Ausstellungsräume dann ihre eigene Geschichte mit Themen, die alle Kulturepochen verbinden. Trotz aller Argumente ist dieser Teil des Masterplans beim Bund, dem Finanzier des Gesamtprojektes, noch nicht durchgesetzt.

Empfang im Glaswürfel

Wenn erst mal alle Arbeiten abgeschlossen sind, rechnet man mit bis zu vier Millionen Besuchern pro Jahr. Damit dieser Ansturm bewältigt werden kann, ist ein neues Eingangsgebäude geplant. Der Bau, klar erkennbar aus heutiger Zeit, wird vorn neben dem Neuen Museum, wo sich einst der Packhof befand, gebaut. Der neue Eingangsbereich wird mit allen Serviceeinrichtungen versehen sein, die Museumsbesucher von heute erwarten.

Wie die Museen auf der Kupfergrabenseite wird auch das neue Eingangsgebäude aus dem Wasser ragen. Von hier aus werden die Besuchermassen verteilt und ganz nebenbei die wertvollen alten Gebäude geschont. Auch dieses Projekt steht unter der Leitung von David Chipperfield.

Ein fließender Landschaftsraum

Aber nicht nur in den Häusern, auch außen um die Bauten herum wird sich einiges ändern. Das Konzept zur Begrünung der Museumsinsel hat eine Gruppe von jungen Landschaftsarchitekten entworfen: Levin und Monsigny aus Berlin. Ihre Vorstellung ist ein fließender Landschaftsraum, ein Spiel mit verschiedenen Grüntönen, ein Pflanzenteppich mit Buchsbaumzylindern und Platanen. Sie wollen Gewächse aus dunklem Grün als Hintergrund für freistehende Skulpturen pflanzen.

Das Pflaster soll in Zukunft im Grundton der Insel gehalten sein: sandfarbener Naturstein. Alle Höfe werden eines Tages begehbar werden, auch zwischen Pergamon- und Bodemuseum. Das Ganze wird eine offene Freifläche. Und die Kolonnaden, jetzt noch für Depots und Verwaltung zugemauert, werden dann wieder freigestellt sein. So entstehen auf der Museumsinsel ganz neue Ausblicke.

Weltkulturerbe Museumsinsel

Seit Mai 2002 ist sichergestellt, dass es auf der Museumsinsel weiter geht. Der Bund hat die Zuständigkeit für die Fertigstellung des Ensembles übernommen. Damit ist die Frage der Verantwortung geklärt, die eine Voraussetzung für den Titel "Unesco Weltkulturerbe" ist. 24 davon gibt es in Deutschland insgesamt, so etwa der Dom in Speyer und die Residenz von Würzburg. Seit 1999 trägt auch die Museumsinsel diese Auszeichnung.

Nun ist die neue Museumsinsel auf dem besten Weg, dass aus Visionen der Vergangenheit bald Wirklichkeit wird und so im Herzen von Berlin ein neues Kleinod für die Welt der Kunst entsteht.

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