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"Public Private Partnership" als Lösung?

Die neue Eingangshalle des Brooklyn Museum of Art in New York gibt es seit April 2004. Auch hier viel Glas, Leichtigkeit für das monumentale Beaux Arts Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Museum Kunstpalast
"Museum Kunstpalast": mitfinanziert durch "Public Private Partnership"

Transparenz soll es vermitteln und Offenheit, eine Einladung hereinzukommen. Die elegante Verbindung von alt und neu ist nicht die einzige Ähnlichkeit mit Berlin. Kostenpunkt des neuen Eingangsensembles: 63 Millionen Dollar. Stadt und Land, aber vor allem private Sponsoren haben das Geld aufgebracht - ein Weg, um den auch die Verantwortlichen in Berlin nicht herum kommen.

Transparenz und Offenheit

Alles auf einmal lässt sich nicht finanzieren, meint der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann: "Man muss es auf eine lange Zeitschiene legen. Wir brauchen aber das Eingangsgebäude. Deshalb ist meine Überlegung, hier private Mittel zu suchen, um Dinge, die kommerziell laufen, wie Restaurants oder Museumsshops, an eine Betreibergesellschaft zu vergeben, so dass bei uns nur noch ein geringer Teil von Investitionsmitteln liegt und der andere Teil bei Investoren. Dieses Modell eines 'Public Private Partnership' könnte hier funktionieren, in dem wir über 20, 30 Jahre einen Vertrag abschließen."

Ein ähnliches Modell hat man in Düsseldorf praktiziert zwischen dem Museum Kunstpalast und dem Energiekonzern EON, dessen Zentrale sich direkt neben dem Museum befindet. Der Verkauf eines Teils des Museumsgrundstückes an den Konzern in Verbindung mit städtischen Fördermitteln hat den Bau von einem neuem Eingang und neuen Ausstellungsräumen für rund 50 Millionen Mark möglich gemacht. Heute stehen das Museum und das EON-Gebäude nebeneinander, beide von der Handschrift des Architekten Oswald Matthias Ungers geprägt.

Unabhängigkeit bewahren

Inwiefern profitiert der Konzern neben Imagewert und PR-Effekt von seinem Engagement für die Kunst? "Unsere Mitarbeiter, unsere Führungskräfte sind hier sozusagen in einem täglichen Kontakt mit Kunst. Das macht ihnen Spaß, das interessiert sie - und vielleicht beflügelt es auch ihre Kreativität", sagt EON-Vorstand Manfred Krüper. Eine Beziehung zur Kunst also, die die Mitarbeiter bei EON anregt und das Unternehmen mit einer besonderen Marke versieht. Auf der anderen Seite die Frage: Welche Auswirkung hat die Kooperation für Museum und Museumsdirektor?

"Wichtig ist die Unabhängigkeit der Politik und des Programms des Museums", sagt Jean-Hubert Martin, Generaldirektor Museum Kunstpalast. "Bei uns gibt es auch eine Sammlung, die immerhin zur Stadt gehört - auf der anderen Seite habe ich die volle Entscheidung über das Programm. Ich denke, das ist ein Modell, das man in anderen Museen verwenden kann." Ganz ohne Erwartungsdruck von der Firma EON kommt Jean-Hubert Martin aber nicht davon. Eine Kooperation mit subtiler Abhängigkeit, wenn sich Wirtschaft und Kunst begegnen - doch es gibt keinen Grund, die Politik vollständig aus der Verantwortung zu entlassen.

Ein Museum von morgen

In Berlin hat die Zukunft noch nicht begonnen, hier ist das Bauland noch Brache. Die Wiederherstellung des Neuen Museums ist in vollem Gange - aber keiner weiß, wie es künftig geschützt werden soll, wenn 2009 die Besucher hier für Nofretete Schlange stehen. Zurzeit ist sie in Charlottenburg noch der Hauptanziehungspunkt im ägyptischen Museum. Rund 300.000 Besucher wollen sie jährlich sehen, der Pharaonin vom Nil die Referenz erweisen.

Mit Gefolge und Göttern, all den kostbaren und einzigartigen Funden aus Amarna, soll sie auf die Insel ziehen, neue Räume, ganze Raumfluchten bekommen. Es wird nicht einfach sein, ihr dort den angemessen Rahmen zu bereiten. Aber alle Bemühungen sollten in diese Richtung gehen, Bemühungen um ein Museum von morgen, seine Kunstwerke und seine Besucher.

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