Arsen - der schleichende Tod

Film von Andreas Ewels und Norbert Porta

Doku | planet e. - Arsen - der schleichende Tod

Es ist die größte Massenvergiftung der Menschheitsgeschichte: In Bangladesch sterben die Menschen durch Arsen. Das Trinkwasser ist verseucht. Und die Verseuchung ist auch ein Risiko für uns.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.02.2018, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Kinder und Ernährungsbewusste mögen sie besonders: Reiswaffeln. Ein knackiger Biss und wenig Kalorien. Ein gesundes Produkt, meint der Verbraucher. Doch oft ist der verwendete Reis mit Arsen belastet. planet e. untersuchte das Wasser aus den Reisfeldern in Bangladesch. Das Ergebnis: Alle Proben waren mit Arsen belastet. Der Boden in Bangladesch hat viel natürliches Arsen, das durch Brunnenbohrungen aus dem Gestein gelöst wird. Mit dem Grundwasser kommt das gelöste Arsen nach oben - ins Trinkwasser.

Durch den Einsatz von kleinen Filteranlagen versucht man, Lösungen zu schaffen. Da die Filter sehr teuer sind, ist der Erfolg bislang bescheiden. Hinzu kommt, dass man Arsen im Trinkwasser nicht erkennen kann - weder am Geschmack, noch am Geruch. Verseuchtes Trinkwasser zu meiden, ist für die Menschen in Bangladesch nur schwer möglich.

Reisanbau in vergiftetem Wasser
Viele Felder werden mit kontaminierten Wasser bewässert. Reis wird in stehendem Wasser angebaut und kommt deshalb besonders intensiv mit belastetem Wasser in Kontakt. Über die Wurzeln gelangt das Arsen in die Reispflanzen und wird in den Körnern gespeichert. Und Bangladesch ist kein Einzelfall: Arsen kommt natürlicherweise im Boden und im Wasser vor, auch in anderen Ländern Asiens. Das Ausmaß der Belastung ist von Region zu Region verschieden. Für die Menschen vor Ort ist die Gefahr im Reis nicht erkennbar - genauso wenig wie für die Käufer von Reis und Reisprodukten.

Besonders belastet: Reiswaffeln
Mit dem Reis gelangt das Arsen nach Deutschland. Besonders folgenreich ist dies bei der Herstellung von Reiswaffeln: Durch die besondere Produktionsmethode konzentriert sich Arsen dort in besonderem Maße. Dabei sind Reiswaffeln als vermeintlich gesunder und kalorienarmer Snack für Babys und Kleinkinder beliebt. Schon vor vier Jahren testete Öko-Test Reiswaffeln mit erschreckendem Ergebnis. Doch seit dem 1. Januar 2016 gibt es in der EU erstmals Grenzwerte für anorganisches Arsen in Reisprodukten. Für planet e. und Öko-Test war dies Auslöser, diese Produkte noch einmal genau zu prüfen. Denn anorganisches Arsen wird als krebserregend eingestuft.

Ergebnisse des Arsen-Tests
Das Ergebnis: Die Hälfte der 20 untersuchten Produkte bekam ein "ungenügend". Nur ein Produkt kann laut Öko-Test empfohlen werden, die "Hipp Kinder Reiswaffeln". Hauptgrund für das extrem schlechte Abschneiden der übrigen Produkte ist anorganisches Arsen, und zwar nicht zu knapp. In drei Produkten steckt so viel von dem krebserregenden Stoff, dass der seit Januar geltende EU-Grenzwert für Reiswaffeln überschritten wird: "Continental Bakeries Reiswaffeln Meersalz", "Dennree Reiswaffeln ungesalzen", "Real Quality Reiswaffeln mit Meersalz".

Und noch weitere bedenkliche Stoffe wurden in den Waffeln gefunden: Acrylamid, Cadmium und Mineralöl. Acrylamid entsteht beim Backen stärkehaltiger Lebensmittel und kann durch niedrigere Temperaturen reduziert werden. Das giftige Schwermetall Cadmium steckt natürlicherweise im Reis, kann aber auch durch Klärschlämme oder Dünger eingebracht werden. Es schädigt die Nieren. Mineralöl kann durch die Verpackung auf die Lebensmittel übergehen oder in der Produktion etwa durch Schmieröle eingebracht werden.

Für Verbraucher nicht erkennbar
Der Verbraucher hat kaum eine Chance, zu erkennen, woher der Reis stammt, der in den Reiswaffeln verwendet wird. Auf den meisten Produkten fehlt eine Kennzeichnung. Während wir hier in Deutschland wählen können, ob wir ein solches Produkt kaufen möchten, gibt es für viele Menschen in Bangladesch keine Alternative – sie sind auf ihren mit Arsen verseuchten Reis und das vergiftete Trinkwasser angewiesen. Hier wird dringend nach Lösungen gesucht.

Interview mit Öko-Test-Chefredakteur

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