Ausverkauf der Menschenaffen

Menschenaffen als Handelsware

Der illegale Handel mit bedrohten Tieren ist ein Milliardengeschäft. Gerade in China steigt die Nachfrage immer mehr. Auch Menschenaffen finden dort reißenden Absatz. Dabei verbietet das Washingtoner Artenschutzabkommen den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Der Umweltaktivist Karl Ammann folgt den Spuren der Tiermafia aus den Regenwäldern Afrikas bis zu den Käufern in China.

Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen dürfen Menschenaffen nicht gehandelt werden - so steht es zumindest auf dem Papier. Doch Armut, Korruption und laxe Kontrollen von Seiten der Verantwortlichen eröffnen illegalen Geschäften ein weites Feld. Tierhändler aus Guinea in Westafrika bieten junge Schimpansen und selbst Gorillas zum Kauf an.

"planet e." hat den Schweizer Umweltaktivisten Karl Ammann auf der Suche nach den gestohlenen Menschenaffen begleitet. In Conakry, der Hauptstadt von Guinea, sammelt er Beweise über einen als Tierhändler getarnten Mittelsmann. Der findet heraus: Auch heute noch sind Menschaffen im Angebot, allen Verboten zum Trotz. Exportpapiere werden gefälscht oder die Tiere falsch deklariert. Bestechung ist an der Tagesordnung. Das Netzwerk der Tierhändler funktioniert lückenlos, über alle Grenzen hinweg.

"Affenzirkus" in China

In China fristen die Schimpansen ein trauriges Dasein. Karl Ammann findet Dutzende der westafrikanischen Tiere wieder. Mittels DNA-Analysen kann er ihre Herkunft beweisen. Fast alle werden in pompösen Tiershows eingesetzt. Den Zoos und Safariparks spülen sie eine Menge Geld in die Kassen - auch wenn kommerzielle Vorführungen mit streng geschützten Arten verboten sind.

Auf dem Treffen der Washingtoner Artenschutzkonvention in Bangkok erfährt Ammann immerhin, dass Guinea mit sofortiger Wirkung vom Handel suspendiert wurde. Ein Teilerfolg, der wohl auch seinem Engagement zuzuschreiben ist. Doch Karl Ammann fürchtet, dass es für viele Tierarten längst zu spät ist. Zu stark ist die kriminelle Energie im Geschäft mit den bedrohten Tieren - und zu schwach die vorhandenen Kontrollinstanzen.

Unsere nächsten Verwandten

Menschenaffen sind die am nächsten mit uns Menschen verwandten Tiere. Das Erbgut von Schimpansen und Bonobos stimmt bis zu 98 Prozent mit dem unsrigen überein. Auch in ihrem Verhalten zeigen sich große Ähnlichkeiten: Menschenaffen sind soziale, intelligente Tiere, die bei vielen Gelegenheiten auch Werkzeuge benutzen. Nicht zuletzt zeigt auch das aggressive Verhalten verschiedener Schimpansengruppen untereinander Parallelen zu uns Menschen auf.

Obwohl Menschenaffen allseits beliebt zu sein scheinen, sind sämtliche Menschenaffen durch uns Menschen gefährdet, und viele sogar vom Aussterben bedroht. Die Prognosen sind düster: Laut WWF könnten in den nächsten 25 bis 50 Jahren die meisten Menschenaffenpopulationen aussterben. Die größten Bedrohungen sind Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraumes.

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