Zierfische in Gefahr

Egal, ob ihre Herkunft Südostasien, Afrika oder Südamerika ist: der Handel mit Zierfischen basiert auch auf illegalen Fangmethoden und der Ausbeutung einheimischer Fischerfamilien. Geschätzte 80 Millionen Zierfische paddeln in den Aquarien deutscher Wohnzimmer. Zahlenmäßig gesehen sind sie damit des Deutschen liebstes Haustier. planet e. zeigt, dass viele Fische aus fragwürdigen Quellen stammen.

Sie schimmern in hellen Farben und bringen jedes Aquarium zum Leuchten. Doch der Preis dafür ist oft hoch: Vielen Fischliebhabern ist nicht bekannt, welches Martyrium gerade die Salzwasserfische häufig hinter sich haben. In Indonesien etwa ist trotz Verbots die Cyanid-Fischerei in Korallenriffen nach wie vor verbreitet. Dabei werden die Fische durch das Gift betäubt, verlassen ihre Verstecke im Riff und werden so zu einer leichten Beute für die Fänger.

Bis zu 50 Prozent der Korallenfische überleben die Vergiftung ihres Lebensraumes und den folgenden Transport nicht. Außerdem entstehen schwere Schäden an den Riffen - durch Überfischung und Vergiftung werden in den Tropen empfindliche Ökosysteme zerstört.

Hinzu kommt, dass Fischerfamilien oft unter der schlechten Bezahlung leiden. Pro Fisch bekommen sie nur ein paar Cent ausgezahlt, während die Zwischenhändler hohe Summen einstreichen.

planet e. begibt sich auf Spurensuche, um herauszufinden, wie sich der Fang von Zierfischen und der Erhalt der Ökosysteme im Meer vereinbaren lassen. Zudem stellt sich die Frage: Welchen Beitrag kann der Konsument in Deutschland dazu leisten?

Engagement für mehr Nachhaltigkeit

Wir begleiten die Meeresbiologin Christiane Schmidt zu den Zierfischern nach Indonesien. Vor sieben Jahren hat sie die Organisation SAIA gegründet, die sich für einen fairen und nachhaltigen Handel mit Aquarienfischen einsetzt. Sie berät Exporteure und Aquarianer und untersucht regelmäßig vor Ort die Fang- und Transportmethoden. Auch Andreas Kunzmann setzt sich für den Schutz der Meerestiere ein: Am Zentrum für marine Tropenökologie Bremen erforscht er das Leben von tropischen Meeresfischen und züchtet sie auch nach. Doch die Nachzucht von Meeresfischen ist sehr aufwändig und gelingt nur mit wenigen Arten. Kunzmann ist zudem überzeugt, dass viele Fische, die Fang und Transport überlebt haben schließlich in deutschen Wohnzimmern sterben, da die Haltung schwierig ist.

Wer ein Aquarium besitzt oder sich eines anschaffen will, kann durch sorgfältige Auswahl der Tiere einiges zum Schutz der Tiere beitragen. Deutschland gehört zu den wichtigsten Importländern. Wenn die Nachfrage nach gezüchteten Tiere größer wird und weniger Wildfänge gekauft werden, kann dies auch einen Einfluss auf das Angebot haben.

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