planet e.: Elektroautos - Top oder Flop?

Film von Manfred Kessler

Dokumentation | planet e. - planet e.: Elektroautos - Top oder Flop?

Eine Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 - weniger Abgase und Lärm, so das Ziel der Bundesregierung. Auf deutschen Straßen sind wir davon weit entfernt. Also alles nur eine schöne Vision?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.10.2017, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Selbst wenn die Zahl der E-Autos steigen würde - woher kämen Strom und Rohstoffe, wie seltene Erden, Nickel und Kobalt, die dann in gewaltigen Mengen benötigt würden? Eine schnelle, umweltfreundliche Lösung sind die Strom-Mobile offenbar nicht.

Elektroautos haben klare Vorteile. Würden sie in den Städten überwiegen, könnten die gesundheitsschädlichen Feinstaubwerte erheblich sinken. Wirklich umweltfreundlich wäre das aber nur, wenn der Ladestrom für die Auto-Akkus aus regenerativer Energie stammen würde. Doch bisher ist erst rund ein Drittel grüner Strom, wird also regenerativ erzeugt. Die restlichen zwei Drittel stammen aus Kohle, Gas und Atomkraft. Ändern soll sich das mit der Energiewende in Deutschland, aber die braucht Zeit, viel Zeit. Es werden noch einige Jahrzehnte ins Land gehen, bevor sie geschafft ist.

Fiktion und Wirklichkeit

Eine andere Möglichkeit, Verbrennungsmotoren zu ersetzen, sieht auch Michael Valentine-Urbschat derzeit nicht. In seinem Roman zum Thema Elektromobilität beschreibt der Ingenieur Interessen und Ränkespiele der Automobilwirtschaft und Erdölindustrie. Er vertritt die These, dass es schon einen großen Fortschritt bedeuten würde, wenn jeder Haushalt seinen Zweitwagen durch ein Elektroauto ersetzen würde. Nach seinen Berechnungen könnten so allein in Deutschland 25 Prozent an CO2 eingespart werden. Weniger fiktiv geht der Schweizer Autokonstrukteur Frank M. Rinderknecht die E-Mobilität an. Er glaubt, dass nur äußerst innovative Modelle das elektrische Fahren schmackhaft machen. Entsprechend außergewöhnlich sind seine Konstruktionen.

Fortschritte bei Batterien

Die Leistung der Batterien nimmt stetig zu, und sie werden günstiger, sagt Prof. Winter vom Batterieforschungszentrum "MEET" der Universität Münster. Der Wissenschaftler erwartet, dass die Ladezeiten sich in den nächsten zehn Jahren halbieren werden. Für fünfhundert Kilometer Reichweite soll man künftig nur noch fünfzehn bis zwanzig Minuten Ladezeit brauchen.

Brennstoffzelle als Stromlieferant

Fortschritte gibt es zudem bei Wasserstoff-Autos. Sie funktionieren mit einer im Auto eingebauten Brennstoffzelle, die Wasserstoff in Strom umwandelt. Dieser treibt den E-Motor des Autos an. Bisher gibt es aber nur jeweils ein Modell von Hyundai und Toyota zu kaufen. Daimler will nächstes Jahr ein Wasserstoff-Fahrzeug auf den Markt bringen. Doch wie erfolgreich diese Technologie sein wird, weiß man noch nicht. Es gibt bislang nur sehr wenige Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland. Außerdem ist es noch sehr aufwändig, Wasserstoff ökologisch herzustellen.

Top oder Flop? "planet e." beleuchtet das Thema Auto und Mobilität von vielen Seiten. Derzeit sind 45 Millionen Fahrzeuge in Deutschland unterwegs. Sie werden nicht alle durch Elektroautos ersetzt werden können.

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