planet e.: Giftiger Export - der Handel mit Elektromüll

Film von Bernd Reufels

Dokumentation | planet e. - planet e.: Giftiger Export - der Handel mit Elektromüll

22 Kilogramm Elektroschrott produziert jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Weniger als die Hälfte wird legal recycelt. Hunderttausende Tonnen E-Müll gehen ins Ausland - als giftige Fracht.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.09.2017, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016

Alte Elektrogeräte enthalten viele wertvolle Rohstoffe: Kupfer, Gold oder Platin. Doch umweltgerechtes Recycling ist aufwendig. Mit illegalen Methoden ist viel Geld zu machen. Behörden sind überfordert - das schmutzige Geschäft mit dem E-Schrott ist kaum zu stoppen.

Im Oktober 2015 wurde vom Bundestag ein neues Elektrogeräte-Gesetz verabschiedet. Das Ziel: Mehr Alt-Geräte sollen im vorgeschriebenen Recycling landen. Doch Hersteller und Händler haben frühzeitig interveniert und eine ganze Reihe von Ausnahmen geschaffen. Nicht jeder, der Elektronik-Produkte verkauft, muss sie auch zurücknehmen. Die neue Verordnung ist kompliziert und für Verbraucher nur schwer verständlich. "planet e." zeigt, was das neue Gesetz wirklich bringt – und ob das eigentliche Ziel so erreicht werden kann. Johanna Sydow (Germanwatch) und Sascha Roth (NABU) machen für "planet e." einen Test: Welcher Händler nimmt alte Computer oder Röhrenfernseher zurück? Dabei zeigt sich, dass viele Verkäufer und viele Verbraucher von den neuen Regelungen nichts wissen. So machen illegale Händler weiter ihr Geschäft, indem sie Elektro-Geräte abseits der Recyclinghöfe annehmen oder abholen. Containerweise geht die Ware ins Ausland – oft auch nach Ghana. Letztlich landet der E-Schrott dann auf Deponien wie Agbogbloshie in Ghanas Hauptstadt Accra. Hier zerlegen tausende Arbeiter für Hungerlöhne die Geräte aus dem Westen. Kunststoffe werden verbrannt, um an das wertvolle Kupfer zu gelangen. Eine Katastrophe für die Menschen, die die giftigen Dämpfe einatmen. Der Deutsche Jürgen Meinel lebt seit Jahren in Ghana und bemüht sich um ein umweltgerechtes Recycling. Er hat bemerkt, dass in den vergangenen Jahren zunehmend auch alte Auto-Batterien aus Europa nach Ghana verschifft werden. "Die Batterien werden mit Macheten zerschlagen", berichtet er. "Die Säure wird in den Straßengraben gekippt und das Blei mit bloßen Händen in Säcke gesteckt. Ein Desaster. Die Arbeiter vergiften sich dabei – das ist absolut tödlich." Die Rohstoffe, die für geringe Löhne so in Ghana gewonnen werden, gehen am Ende meist wieder außer Landes: zu den Herstellern in den Industrieländern. "planet e." geht der Frage nach, wie der Schrott-Strom nach Ghana zu stoppen ist – und wie wir in Deutschland mehr Rohstoffe aus Recycling gewinnen können.

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