Giftiger Export - Der Handel mit Elektromüll

Rund 22 Kilo Elektroschrott produziert jeder Deutsche pro Jahr. Nicht einmal die Hälfte davon wird legal recycelt. Hunderttausende Tonnen Elektro-Müll gehen ins Ausland – als giftige Fracht. Alte Elektrogeräte enthalten viele wertvolle Rohstoffe: Kupfer, Gold oder Platin. Doch umweltgerechtes Recycling ist aufwendig. Mit illegalen Methoden ist leicht Geld zu machen. Zollbehörden sind überfordert - das schmutzige Geschäft mit dem Elektro-Schrott kaum zu stoppen.

Recycling per Gesetz

Im Oktober 2015 wurde vom Bundestag ein neues Elektrogeräte-Gesetz verabschiedet. Das Ziel: mehr Alt-Geräte sollen im vorgeschriebenen Recycling landen. Doch Hersteller und Händler haben frühzeitig interveniert und eine ganze Reihe an Ausnahmen geschaffen. Nicht jeder, der Elektronik-Produkte verkauft, muss sie auch zurücknehmen. Die neue Verordnung ist kompliziert und für Verbraucher nur schwer verständlich.

planet e. zeigt, was das neue Gesetz wirklich bringt – und ob das eigentliche Ziel so erreicht werden kann. Johanna Sydow (Germanwatch) und Sascha Roth (NABU) machen für planet e. einen Test: Welcher Händler nimmt alte Computer oder Röhrenfernseher zurück? Dabei zeigt sich, dass viele Verkäufer und viele Verbraucher von den neuen Regelungen nichts wissen.

Elektroschrott für Afrika

So machen illegale Händler weiter ihr Geschäft, indem sie Elektro-Geräte abseits der Recyclinghöfe annehmen oder abholen. Containerweise geht die Ware dann ins Ausland – oft auch nach Ghana. Letztlich landet der Elektro-Schrott dann auf Deponien wie Agbogbloshie in Ghanas Hauptstadt Accra. Hier zerlegen tausende Arbeiter für Hungerlöhne die Geräte aus dem Westen. Kunststoffe werden verbrannt, um an das wertvolle Kupfer zu gelangen. Eine Katastrophe für die Menschen, die die giftigen Dämpfe einatmen.

Der Deutsche Jürgen Meinel lebt seit Jahren in Ghana und bemüht sich um ein umweltgerechtes Recycling. Er hat bemerkt, dass in den letzten Jahren zunehmend auch alte Auto-Batterien aus Europa nach Ghana verschifft werden. „Die Batterien werden mit Macheten zerschlagen“, berichtet er, „die Säure wird in den Straßengraben gekippt und das Blei mit bloßen Händen in Säcke gesteckt. Ein Desaster. Die Arbeiter vergiften sich dabei – das ist absolut tödlich.“ Die Rohstoffe, die für geringe Löhne so in Ghana gewonnen werden, gehen am Ende meist wieder außer Landes: zu den Herstellern in den Industrieländern.

planet e. geht der Frage nach, wie der Schrott-Strom nach Ghana zu stoppen ist – und wie wir in Deutschland mehr Rohstoffe aus Recycling gewinnen können.


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