Auf leisen Pfoten - Die Rückkehr der Luchse

Dokumentation | planet e. - Auf leisen Pfoten - Die Rückkehr der Luchse

Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.08.2017, 14:45

Einst waren sie heimisch im Pfälzerwald, nun kehren sie zurück: Insgesamt 20 Luchse sollen wieder angesiedelt werden. Die ersten sind Ende Juli angekommen. Es ist ein teurer Umzug: 2,75 Millionen Euro, vorwiegend aus Steuergeldern. Dabei ist die Wiederansiedlung durchaus umstritten.

Zwar bietet der Pfälzerwald gute Revierbedingungen für Luchse. Ob die Wiederansiedlung klappt, ist allerdings fraglich, wie schlechte Erfahrungen mit einem Luchsprojekt in Bayern zeigen.

Die ersten Luchse, die jetzt in das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands gebracht wurden, stammen aus der Slowakei. Es sind drei Waisenluchse, die in den Karpaten als Jungtiere aufgegriffen wurden. In den nächsten Jahren sollen weitere Tiere auch aus der Schweiz folgen.

Wenn alles klappt und sich die anmutigen Tiere fortpflanzen, werde sich das auch auf das ökologische Gleichgewicht auswirken, so die Hoffnung der federführenden Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Vor allem Schalenwild wie zum Beispiel Rehe stehen auf dem Speiseplan der Katzen, die so groß wie ein Schäferhund werden können. Die Luchse sorgen dafür, dass sich schwache Tiere nicht weiter vermehrten.

Schlechte Erfahrungen in Bayern

Ob sich die hohe Investition von rund  2,75 Millionen Euro über eine Laufzeit von sechs Jahren tatsächlich lohnt, muss sich noch zeigen. Einfangen, Transport und Quarantäne der Tiere kosten rund 10.000 Euro pro Luchs. Die weiteren Gelder fließen unter anderem in ein projektbegleitendes Monitoring, Öffentlichkeits- und Akzeptanzarbeit.

Nicht nur die hohen Kosten, auch schlechte Erfahrungen aus Bayern lassen das rheinland-pfälzische Wiederansiedlungsteam sehr behutsam vorgehen. Im Bayerischen Wald beklagen Naturschützer regelmäßig erschossene und vergiftete Tiere, darunter auch trächtige Weibchen. Luchse sind geschützt, das Töten ist eine Straftat. Doch von den Tätern fehlt meist jede Spur.

Aufwändige Vorarbeiten in Rheinland-Pfalz

Damit es erst gar nicht zu solchen Luchstötungen kommt, hat das Pfälzer Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz monatelang für die Akzeptanz in der Bevölkerung geworben. Zwei Hunde wurden auf den Duft des Luchses trainiert, und natürlich mussten Förster, Jäger und Viehhalter über das Vorhaben informiert - zum Teil auch davon überzeugt - werden.

"planet e." hat das Pfälzer Luchsprojekt von Anfang an beobachtet und ist dabei, wenn die slowakischen Luchse erstmals den Pfälzerwald erkunden.

Interview mit Ulrike Höfken, Umweltministerin Rheinland-Pfalz

Interview mit Sybille Wölfl, Biologin

Steckbrief Luchs

Gastbeitrag von Urs Breitenmoser, Cat Specialist Group

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