Bis zur letzten Kuh - warum viele Bauern aufgeben müssen

Doku | planet e. - Bis zur letzten Kuh - warum viele Bauern aufgeben müssen

In ganz Europa müssen immer mehr Bauern ihre Höfe schließen. Viele Dörfer sind bereits ausgestorben. Kritiker meinen: Viele Landwirte sind selbst daran schuld, dass es ihnen schlecht geht.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.01.2018, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Denn die Krise ist auch hausgemacht. Viele Bauernfunktionäre haben den Landwirten jahrelang empfohlen, ausschließlich auf Wachstum zu setzen: Zukunftsfähigkeit durch Turbo-Kühe und Massenställe, Produkte auch für den Export.

Viele Jahre lang hat Milchbauer Xander van Diggele aus Mecklenburg von seinen Milchkühen gut leben können. Die Molkereien zahlten angemessene Preise. Doch er wollte weiter wachsen, hat seinen Stall mit hohen Krediten vergrößert. Dann ist der Markt eingebrochen. Jetzt kann der Bauer die Kredite nicht mehr tilgen, von den geringen Einnahmen nicht mehr leben, seine letzten Kühe müssen zum Schlachthof.

So geht es vielen Bauern. Selbst große Betriebe haben Schwierigkeiten zu überleben – trotz Subventionen. Die Landwirte produzieren zu viel, überschwemmen den Markt mit ihren Produkten. Die Folge: Die Preise waren lange Zeit im Keller. Nicht nur bei der Milch. Auch bei Fleisch und Getreide.

Das Bauernsterben sei nicht nur ein deutsches Problem, meint die EU-Abgeordnete der GRÜNEN, Maria Heubuch. "In den letzten Monaten sind pro Tag etwa 300 Betriebe in Europa verloren gegangen, das ist für mich eine Katastrophe!" Sie fordert eine gerechtere Subventionspolitik und eine Stärkung der regionalen bäuerlichen Landwirtschaft. Weg von der Exportstrategie für den Weltmarkt.

So wurden Hochleistungskühe gezüchtet, die in vollautomatischen Melkanlagen ständig mehr Milch abgeben sollen. Ohne Rücksicht auf das Wohl des Tieres. Und auf den Äckern wird in Überdosis Chemie eingesetzt - ohne Rücksicht auf die Natur. Die Folgen spüren auch die Verbraucher: Gülle, Abgase und Antibiotika schädigen Mensch und Umwelt.

Doch diese Form der Landwirtschaft funktioniert nicht mehr. Der Staat soll jetzt wieder helfen, fordern europaweit die Bauern. Die Länder unterstützen die Landwirte auch mit Hilfe von EU-Subventionen. Doch diese Hilfen sorgen eher für eine Dauerkrise.

Die konventionellen Bauern und ihre Funktionäre müssen endlich umdenken, meinen dagegen die Vertreter einer ökologischen Landwirtschaft. Denn mit dem Sterben der Höfe geht auch wertvolles traditionelles Wissen und eine alte bäuerliche Kultur verloren.

Anlässlich der "Grünen Woche" in Berlin sucht die ZDF-Umweltdokumentationsreihe "planet e." gemeinsam mit Landwirten nach Auswegen aus der Krise.

Interview mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt

Gastbeitrag des Filmautors Hartmut Idzko

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