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Chemiecocktails

Gefährliche Rückstände in unserer Umwelt

Doku | planet e. - Chemiecocktails

Reste von Medikamenten, Pestiziden und Kosmetika – in unserer Umwelt treffen sie aufeinander und vermischen sich zu unberechenbaren Cocktails. Chemikalien werden zur Gefahr für uns Menschen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.10.2019, 11:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Outdoorjacken, Tabletten und Zahnpasta - in vielen Gegenständen unseres täglichen Lebens sorgen chemische Verbindungen für eine vermeintlich gute Qualität. Das Problem: Viele Stoffe sind geradezu unverwüstlich.

Im Abwasser treffen die Chemikalien zusammen und erobern unsere Umwelt. Die Kläranlagen sind nicht in der Lage, die Rückstände vollständig zu vernichten. Dort werden die Stoffe lediglich so lange verdünnt, bis sie laut den geltenden Vorschriften keine Gefahr mehr für uns Menschen darstellen. Dann gelangen sie in die Umwelt und sogar in unser Trinkwasser. Das Problem dabei: Die Vorschriften und Grenzwerte gelten jeweils immer nur für eine Substanz. Für die tatsächlich anfallenden Mischungen aus unterschiedlichsten Stoffen gibt es keine Regelungen.

In Studentenfutter hat die Zeitschrift "Ökotest" Weintrauben mit über 15 unterschiedlichen Pestizid-Rückständen gefunden. In Deutschland ist das legal. Dabei weiß niemand, ob sich die unterschiedlichen Substanzen in ihren Wirkungen addieren, multiplizieren, potenzieren oder sich vielleicht doch eliminieren. Was inzwischen aber sicher ist: Einige der Chemiecocktails enthalten Stoffe, die unser Hormonsystem beeinflussen. Die Folgen sind noch nicht absehbar. Unfruchtbarkeit, eine frühzeitig einsetzende Pubertät, Dickleibigkeit, aber auch Krebs, Parkinson und Alzheimer könnten die Chemiecocktails mit verursachen.

Vorreiter Schweden

Forscher wie Werner Brack vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ in Leipzig vermuten, dass eine ganze Reihe von Krankheiten mit den Chemierückständen aus der Umwelt in Verbindung steht, und fordern strengere Vorschriften. Doch die EU hat bislang nicht reagiert.

Dabei sind sich schwedische Forscher schon lange sicher: Die hormonwirksamen Stoffe aus den Chemiecocktails sind extrem gefährlich. Schweden hat deshalb die EU wegen Untätigkeit verklagt und Recht bekommen. Viel geändert hat sich seitdem nicht. Immerhin: In Deutschland wurden Forschungsprojekte angestoßen. Im Universitätsklinikum Leipzig leitet Prof. Wieland Kiess das Projekt "Life-Child", in dem unter anderem das Blut von Schwangeren, Säuglingen, Kleinkindern und auch Teenagern regelmäßig auf Chemikalien untersucht wird. Selbst in Säuglingen weist das Team von Kiess dabei regelmäßig etliche Chemikalien nach. Die Chemiecocktails verbreiten sich mit dem Wasser und über die Luft überall in der Umwelt und kommen über die Nahrung zu uns zurück.

"planet e." hat in Deutschland und in Europa recherchiert und sich auf die Spur der Chemiecocktails gemacht.

Videos zur Doku

Unkontrollierter Chemiekalienmix

Chemikalien im Alltag reduzieren

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