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Der Irrsinn mit der Gülle

Doku | planet e. - Der Irrsinn mit der Gülle

140 Milliarden Liter Gülle jährlich: ein Ergebnis unserer Massentierhaltung. Einfach auf die Felder kippen – das verbietet die neue Düngeverordnung. Deutschland ist im Güllenotstand.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.03.2019, 11:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Viele Güllesilos waren Anfang des Jahres voll bis zum Rand, den Tierhaltern stand der Mist buchstäblich bis zum Hals. Der Grund dafür: Die starren Regeln der neuen Gülleverordnung, die seit Anfang des Jahres gelten. Kaum in Kraft getreten, werden die Schwächen des Regelwerks offensichtlich.

Seit dem 16. Januar beobachtet Bauer Hansen stündlich den Wetterbericht. Er und viele weitere Kollegen haben laut Gülleverordnung ab dem strikt fest gelegten Termin die Erlaubnis, Gülle zu fahren - doch der viele Regen, der seit dem vergangenen August über weite Flächen Deutschlands niederging, hat die Äcker unbefahrbar gemacht. "Zwei Tage vor der Frist waren die Bedingungen optimal, aber Flexibilität wollen unsere Behörden ja nicht, die brauchen ja alles schwarz und weiß", schimpft Landwirt Philipp Hansen.

Die neuen Regeln sind die Folge einer hartnäckigen politischen Ignoranz. Die EU mahnte schon lange einen neuen Umgang mit der Gülle an. Denn das in der Gülle enthaltene Nitrat spült der Regen in Bäche und Seen, und das belastete Wasser sickert sogar in die Böden bis ins Grundwasser. Deutschlands Wasserversorger müssen immer tiefer bohren, um sauberes Wasser zu finden. Schon bald, so ist die einhellige Einschätzung, könnte sich der Trinkwasserpreis in vielen Regionen deutlich erhöhen.

Antibiotikaresistenzen und Feinstaubbildung

Wissenschaftler warnen noch vor anderen Folgen: Mit der Gülle kommen auch die Antibiotika aus der Tierhaltung in die Umwelt. Die Folge: Immer mehr Keime können sich ausbreiten, die nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Aber auch das Ammoniak aus der Rindergülle wird zunehmend zum Problem. Aus dem Gas entwickelt sich sogenannter Sekundärfeinstaub, der kilometerweit übers Land fliegt und spürbar zum Luftproblem in den Innenstädten beiträgt.

Derweil wird die Gülle quer durch die Republik gefahren, in Landstriche ohne große Mastställe. Die Äcker dort vertragen noch den tierischen Flüssigdünger. Gülletourismus nennen Gegner der Massentierhaltung diese Lkw-Touren.

"planet e." sieht sich in Mastställen und auf deutschen Äckern um, folgt den Güllelastern und fragt nach, welche Alternativen es gibt, um die Gülleschwemme einzudämmen.

Überdüngung der Ostsee

Der Druck auf die Landwirte kommt von vielen Seiten. Auch in der Ostsee werden Substanzen aus der Gülle zum Problem. Zuviel Phosphat führt jedes Jahr zu einer übermäßigen Allgenblüte, die den Tieren im Meer Sauerstoff entzieht.

Doku | planet e. - Phosphat in der Ostsee

In die Ostsee gelangen zu viele Nährstoffe. Wissenschaftler prüfen, welche Rolle die Ausbringung von Gülle auf den Feldern dabei spielt.

Videolänge:
7 min
Datum:

Interview mit Prof. Dr. Michael Schloter, Helmholtz Zentrum München

Stress mit einem Naturdünger

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