Der Wahnsinn mit dem Pfandsystem

Doku | planet e. - Der Wahnsinn mit dem Pfandsystem

Plastikflaschen belasten weltweit die Umwelt. Zwar gibt es in Deutschland ein Pfandsystem, doch die Flut an Einwegflaschen ist damit nicht zu stoppen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.03.2018, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Rund 17 Milliarden Einwegplastikflaschen wurden hierzulande im Jahr 2015 verbraucht. Die Industrie verweist darauf, dass diese recycelt werden können. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern ein generelles Verbot von Einweg und wollen Mehrwegflaschen fördern. Ob das gelingt, ist zur Zeit fraglich. Im parlamentarischen Verfahren ist derzeit die Neufassung des Verpackungsgesetzes. Eine verbindliche Vorgabe für Mehrweggetränke ist darin nicht enthalten.

Jennifer Timrott ist Umweltaktivistin und sammelt jede Woche Dutzende Einwegplastikflaschen im Wattenmeer bei St. Peter-Ording. Der Plastikmüll kommt aus aller Herren Länder. Es sind auch zahllose Flaschen aus deutscher Produktion darunter. Was Jennifer Timrott am Strand findet, ist nur ein winziger Bruchteil der Plastikflaschen, die noch im Meer schwimmen. Dort werden sie von vielen Meerestieren aufgenommen, die dann oft qualvoll verenden. Schätzungsweise 450 Jahre brauchen die Flaschen, um zu verrotten.

Deswegen plädieren viele Umweltschützer für ein komplettes Verbot der Einwegplastikflaschen. Aus Umweltsicht sind Mehrwegflaschen sowieso die bessere Lösung. Sie können bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. Außerdem werden alte Mehrwegflaschen aus Glas eingeschmolzen; es entstehen neue Glasflaschen daraus. Es spricht also eigentlich alles für Mehrweg.

Trotzdem setzen die Konzerne auf Einwegplastikflaschen. Schon längst hätte die Bundesregierung eingreifen müssen, klagen Umweltverbände. Doch es geschieht nichts. Im Gegenteil: Man glaubt den Beteuerungen der Industrie, dass die Einwegplastikflaschen sogar umweltfreundlich seien.

Mittlerweile haben einige Kommunen und Bürger den Einweg-Irrsinn erkannt und die Sache selbst in die Hand genommen. In Hamburg zum Beispiel hat der Senat seit Sommer 2016 alle Einwegplastikflaschen aus der öffentlichen Verwaltung verbannt. Zum regelrechten Industrieschreck sind die Bürger des US-Städtchens Concord geworden. Die Kleinstadt im Nordosten der USA hatte vor fünf Jahren gegen den vehementen Widerstand der Plastik-Lobby den Handel und Verkauf von Einwegplastikflaschen in einem Bürgerentscheid verboten.

Wenn wir heute nicht die Einwegflut stoppen, müssen spätere Generationen das teuer bezahlen. Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe warnt vor allem vor der Gefahr, dass so oder so der Plastikmüll und das recycelte Plastik in der Umwelt landen. Über Flüsse und den Schiffsverkehr gelangt es in die Meere. "planet e." geht der Frage nach, wie wir der Einweg-Flut entgegensteuern können.

Interview mit Thomas Fischer, Deutsche Umwelthilfe DUH

Interview mit Stephan Haufe, Bundesumweltministerium

Vorteile von Mehrwegflaschen - eine Zusammenstellung der DUH

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