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Die Rohstoff-Pioniere

Wie Deutschlands Tüftler neue Ökoprodukte erfinden

Doku | planet e. - Die Rohstoff-Pioniere

Bambus statt Metall, Nylon aus Chicorée-Fasern: Rohstoff-Entdecker tüfteln an neuen Produkten. Ziel ist: neue Impulse setzen für eine nachhaltige Produktion.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.05.2019, 15:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Erdöl ist endlich, aber auch manche Metallvorkommen gehen zur Neige. Umweltbelastungen, die mit der Gewinnung verbunden sind, verschlechtern obendrein die Ökobilanz. Die Ausbeutung unserer Erde aufhalten: Das haben sich Deutschlands Rohstoff-Pioniere vorgenommen.

Geschirr aus altem Kaffeesatz? Fahrradrahmen aus Bambus? Nylon-Strumpfhosen aus Chicorée? Das geht. Muss gehen. "Erdöl wird es bald nicht mehr geben, wir brauchen Alternativen." Prof. Andrea Kruse von der Universität Hohenheim forscht zum Thema nachwachsende Rohstoffe. Aus dem Extrakt der Chicorée-Wurzel lässt sich Nylon gewinnen und somit erdölbasierte Nylon-Gewinnung ersetzen.

Fahrradrahmen aus Bambus gibt es jetzt schon zu kaufen. Jonas Stolzke und sein Team von "my Boo" aus Kiel haben es geschafft, aus dem Rohstoff Bambus stabile Fahrradrahmen zu fertigen. "Metalle wie Stahl, Aluminium oder Carbon müssen aufwendig gewonnen und mit viel Energie hergestellt werden. Unser Bambus wächst in Ghana an fast jedem Straßenrand sehr schnell und muss nur geerntet werden", sagt Jonas Stolzke. Bambusrahmen haben sogar bessere Eigenschaften als die Metallräder, stellen die Macher von "my Boo" fest: Sie sind stoßabsorbierender. Viele Vorteile also durch Bambus, vor allem aber für die Natur. Im Harz sind noch heute die Folgeschäden vom Erzabbau zur Herstellung von Metallen zu sehen: große Abraumhalden, verseuchte Böden, auf denen nichts mehr wächst. Obwohl hier seit Ende der 80er nichts mehr gefördert wird.

Geschirr aus Kaffeesatz

Aus Kaffeesatz hergestelltes Geschirr
Quelle: ZDF/Julian Prahl

Alternative Rohstoffe lassen sich sogar im Abfall finden. 20 Millionen Tonnen Kaffeesatz sammeln sich jedes Jahr deutschlandweit im Küchenmüll der Cafés an. Julian Lechner von "Kaffeeform" hat es geschafft, Geschirr aus altem Kaffeesatz zu produzieren, um so erdölbasierte Kunststoffe zu ersetzen. Aus dem Kaffeemüll wird Granulat gebildet und zu soliden Bechern und Untertassen verarbeitet. Jetzt will er damit auch den massenhaften und umweltschädlichen To-go-Bechern den Kampf ansagen.

Die Rohstoff-Pioniere sind zumeist auf sich allein gestellt. Sie müssen sich privat um Mentoren, Unterstützer und Produktionsstätten bemühen sowie Know-how über den Aufbau von Händlerketten erwerben. Endlich wirklich nachhaltige Produkte herzustellen: Das treibt den Erfindergeist der Rohstoff-Pioniere an.

"planet e." begleitet die jungen Tüftler, um auszuloten, welche Chancen die neuen nachhaltigen Produkte beim Verbraucher haben.

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