Wahnsinn Alpen

Zwischen Massentourismus und Bergidylle

Dokumentation | planet e. - Wahnsinn Alpen

Schneekanonen, Mini-Dirndl, alpines Autorennen: Noch viel mehr solcher Attraktionen wollen die Tourismusmanager. Stoppt den Wahnsinn! rufen die Naturschützer und sehen den Zusammenbruch kommen.

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Schneekanonen, Mini-Dirndl, alpines Motorradrennen: Tourismusmanager wollen noch mehr solcher Attraktionen. "Stoppt den Wahnsinn!", rufen die Naturschützer und sehen den Zusammenbruch kommen.

Die Skigebiete sind in der Klimaklemme: Bleibt der Schnee aus, steigt der Gästeschwund. Frei nach den vermeintlichen Erfolgen anderer Touristenhochburgen wird nun aufgerüstet: Ballermann-Atmosphäre auf 2000 Metern, Kirmesnepp in alpinen Hochtälern.

Früher hat die natürliche Schönheit der Berglandschaften ausgereicht, dagegen scheinen sich Touristen heute nur noch mit Super-Luxus, knalliger Bespaßung und atemberaubenden Aussichtsplattformen locken zu lassen. Für Tourismusstrategen und Alpenhoteliers wie Günther Aloys aus Ischgl wandeln sich die Alpen gerade in einen gigantischen Vergnügungspark: Ultimative Freizeit-Kicks für 500 Millionen Europäer.

Kompromisse sind kaum möglich: Klimawandel ist der treibende Faktor für den Ausbau der Alpen, dagegen steht der Erhalt der alpinen Kulturlandschaft als traditionelle Aufgabe.

Industrialisierung im Norden, Landflucht im Süden

Bergbäuerin in Sambuco
Die Bergbauern im Süden der Alpen kämpfen um ihre Existenz

planet e. zeigt,  wie die Freizeitspaß-Industrie die Natur verändert hat. Das Drehteam begleitet den Alpenforscher Werner Bätzing bei seiner Reise zu den Brennpunkten in den Alpen. Die Gasteiner Berge etwa wurden mit Klettersteigen und Hängebrücken aufgerüstet. Haken und Stahlseile machen das Gelände auch für wenig geübte Touristen erlebbar.

Bätzing besucht aber auch Regionen der Südalpen, in denen verfallene Bauernhäuser zu sehen sind, die von Büschen und Bäumen überwuchert werden. Die Dörfer dort sterben aus, weil die Bergbauernwirtschaft mit der Agrarindustrie in den Tälern nicht mithalten kann.

Aus Bergbächen werden Kloaken

In den Retortenskigebieten Frankreichs sind die Eingriffe besonders massiv. Die Hydrologin Carmen de Jong hat in den dortigen Alpenbächen eine massive Belastung mit Kolibakterien gefunden. Die Bewohner können das Bergwasser nicht mehr trinken.

Doch der Wahnsinn geht weiter. Die Marketingstrategen rüsten die Berge mit immer neuen Attraktionen aus. Kritiker  prophezeien den Zusammenbruch der einmaligen Alpennatur und -kultur. Sie fordern Achtsamkeit und vorausschauendes Handeln, denn ein in Jahrtausenden entstandenes Gleichgewicht droht zu kippen.

Alpen im Wandel

Der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner stellt in außergewöhnlichen Bildern das Gestern und Heute gegeneinander. Während sich die Südseite der Alpen entleert, füllen sich die Nordtäler immer dichter.

Klettern im Einklang mit der Natur

Der Profi-Bergsteiger und Extremkletterer Stefan Glowcz setzt sich seit Jahren für einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur ein. Anlässlich der Alpenkonferenz attestiert der renommierte Alpenkenner Stefan Glowacz dem Deutschen Alpenverein (DAV) mangelnde Schutzbemühungen:

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