Gluten & Co. - Feinde im Essen?

Doku | planet e. - Gluten & Co. - Feinde im Essen?

Die Ernährung könnte für so manchen Verbraucher zum Abenteuer werden. Überall lauern Produkte, die uns angeblich dumm und krank machen. "Frei von ..."-Lebensmittel sind der Renner. Was steckt dahinter?

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.08.2018, 15:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Vor allem das im Getreide vorkommende Gluten und die aus der Milch stammende Laktose stehen unter dem Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Viele Hersteller von Nahrungsmitteln reagieren auf die Angst der Konsumenten und bieten gluten- und laktosefreie Produkte an.

Der Umsatz von "Frei von ..."-Lebensmitteln steigt stetig an. Selbst Nahrungsmittel, die von Natur aus frei von Gluten und Laktose sind, werden als solche ausgelobt und teurer als die herkömmliche Variante verkauft. Spezial-Diäten sind zu einem regelrechten Hype geworden. Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören offenbar zum guten Ton, Intoleranzen liegen im Trend.

Sicher gibt es Unverträglichkeiten und Allergien gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Doch leidet nur ein geringer Anteil der Bevölkerung daran.
Beispiel Laktose-Intoleranz: Betroffene vertragen keinen Milchzucker, da ihnen ein Enzym zum Abbau dieses Zuckers fehlt. 2015 lag der Umsatz mit laktosefreien Produkten bei 285 Millionen Euro. Erstaunlich, da doch nur etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland als laktoseintolerant gilt. Die meisten Konsumenten der "Minus-L"-Produkte, nämlich 80 Prozent, vertragen Laktose sehr gut, kaufen aber dennoch laktosefrei.

Die Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, kommt bei rund einem Prozent der Bevölkerung vor. Ungeachtet dessen konnte hierzulande der Umsatz mit glutenfreien Produkten innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent gesteigert werden. Im Jahr 2015 erreichte er 89 Millionen Euro.

Überdies macht seit einiger Zeit die Weizensensitivität von sich reden. Eine Arbeitsgruppe der Uniklinik Mainz hat die ATIs im Visier, dies sind bestimmte Inhaltsstoffe des Weizens. Die Untersuchungen der Forscher weisen darauf hin, fand dass bestimmte Inhaltsstoffe des Weizens, die sogenannten ATIs, bei Menschen mit chronischen Entzündungen, wie etwa Rheuma, zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen. Aber: Gesunden können diese ATIs nichts anhaben.

Nichtsdestotrotz gerät insbesondere Weizen auch bei gesunden Menschen immer stärker in Verruf. Vor allem die modernen Züchtungen seien problematisch, so die Weizengegner. Wissenschaftler der Universität Hohenheim kommen in ihren Untersuchungen zu anderen Resultaten.

Unter dem Strich bleibt: 80 Prozent der Deutschen haben keine Probleme mit Nahrungsmitteln.

Woher kommt die Hysterie beim Essen? "planet e." nimmt den "Frei von ..."-Trend unter die Lupe und fragt nach, wie begründet die Angst vor manchen Lebensmitteln wirklich ist.

Interview mit Prof. Schuppan, Universität Mainz

Interview mit Dr. Friedrich Longin, Universität Hohenheim

Bilderserie: Getreidesorten

Es gibt mehrere Erkrankungen, die durch den Verzehr von Weizen und anderen Getreidesorten ausgelöst werden können. Nur wenige Patienten müssen allerdings aus medizinischen Gründen tatsächlich glutenfreie Lebensmittel essen. Für über 90 Prozent der Bevölkerung sei der Verzehr von Weizen unschädlich, betont die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.