planet e.: Kampf um die Arktis

Film von Andreas Ewels und Norbert Porta

"planet e.: Kampf um die Arktis": Autor Andreas Ewels steht mit Kameramann Aris Bibudis im Eis. Die beiden halten eine "planet e."-Fahne hoch. Hinter ihnen ist das Schiff "50 Years of Victory" zu sehen.

Doku | planet e. - planet e.: Kampf um die Arktis

Seit Jahren zieht sich das Eis der Arktis aufgrund des Klimawandels zurück. Eine früher unzugängliche Region gibt ihre Rohstoffe frei. Der Kampf um die besten Zugänge tobt.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 26.11.2017, 16:20 - 16:50
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Immer nördlicher dringen Industrienationen in die unberührten Gebiete vor, platzieren ihre Bohrinseln, Eisbrecher und Trawler beim Kampf um die besten Pfründe. Die Natur geht zugrunde.

Nach dem ersten Ansturm auf die Arktis gab es eine kleine Verschnaufpause. Die internationalen Wirtschaftsnationen scheuten die hohen Kosten bei der Eroberung der Arktis, doch spätestens seit 2017 geht der Kampf um die arktischen Rohstoffe in eine neue Runde. Die Anrainerstaaten bringen sich in Stellung, erkunden und sichern sich die besten Plätze.

Noch vor 100 Jahren bedeutete ein Vorstoß in arktische Gebiete eine lebensgefährliche Expedition – der Nordpol war praktisch unerreichbar. Heute haben vor allem die Russen hochmoderne Atomeisbrecher in Betrieb. Locker brechen sie sich durch das vier Meter dicke Eis. An Bord auch das Team von "planet e." Das Ziel: der Nordpol. Ist dieser im Sommer überhaupt noch gefroren? Der Kapitän des größten Eisbrechers der Welt erzählt unserem Team exklusiv über seine Erfahrungen am Nordpol und überrascht mit neuen Plänen der Russen.

Sobald die Rohstoffpreise ansteigen, können die Unternehmen sofort loslegen. Mit der "Songa Enabler", einer hochmodernen Bohrplattform, die für den arktischen Betrieb ausgelegt wurde, lässt das Unternehmen Statoil Probebohrungen durchführen, schafft Fakten, hält den Rekord für die nördlichste Bohrung. Man hofft auf gigantische Ressourcen in der arktischen See. Sollte dies stimmen, dann könnte Norwegen zur führenden Ölnation weltweit werden. Dabei sind die Grenzen in der Arktis längst nicht festgeschrieben, ein Rohstoffkrieg noch lange nicht abgewendet.

Der Klimawandel, der eine Förderung der arktischen Rohstoffe erst ermöglicht, stellt das empfindliche Ökosystem der Arktis zudem vor große Probleme. Eisbären sind auf eine geschlossene Eisdecke angewiesen, sie finden kaum noch Nahrung. Die Packeisdecke hat sich in den vergangenen 30 Jahren halbiert. Robben können ihre Jungen nur auf Eisflächen zur Welt bringen.

In den eisigen Gewässern laufen alle biologischen Prozesse auf Sparflamme. Müll, der sich in der Arktis sammelt, kann nur sehr langsam abgebaut werden und vergiftet die Tierwelt. Fast alle in der Arktis untersuchten Sturmtaucher hatten große Mengen unverdaulichen Mülls in ihren Mägen – vor allem Plastik. Jämmerlich verhungern die Seevögel, weil ihre Verdauung durch den Müll blockiert ist. Auch die Wale leiden unter dem Müll in ihren Mägen.

Besonders internationale Fischtrawler sind für den Müll verantwortlich. Greenpeace sammelt ihn ein. Vor Spitzbergen schwimmt das Schiff der Umweltorganisation, die "Arctic Sunrise". "planet e." begleitet die Aktivisten bei ihrem Kampf gegen die skrupellosen Fischereinationen, die mit ihren Schleppnetzen den arktischen Meeresboden auf Jahre zerstören.

Speisefische finden in den arktischen Gewässern noch gute Lebensbedingungen, aber die See ist kalt, der natürliche Zuwachs an Fischen ist begrenzt. Der arktische Fisch wird immer leichter erreichbar, für die modernen Fischtrawler eine leichte Beute. Eine Überfischung ist programmiert, denn der Hunger nach hochwertigem Speisefisch ist ungebrochen und die Produktivität der arktischen Gewässer wegen der Kälte begrenzt.

Der Kampf um die Arktis: Ist dieser einmalige Lebensraum schon verloren? "planet e." begibt sich auf die frostige Suche nach Antworten.

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