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Killer oder Kuscheltier?

Katzen im Fokus

Doku | planet e. - Killer oder Kuscheltier?

Neben Hunden sind sie der Deutschen liebste Haustiere: Katzen. Doch die Stubentiger sind nicht nur Mitbewohner: Millionen Singvögel werden jedes Jahr von Katzen getötet.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.09.2019, 11:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Um die Katze und ihren Einfluss auf die Vogelwelt tobt ein Streit in Deutschland. Forscher sind sicher, dass Katzen den Bestand mancher Arten massiv gefährden. Katzenexperten widersprechen: Keine Vogelart wird durch die Tiere ernsthaft bedroht.

Doch diese Diskussion verstellt den Blick auf das eigentliche Problem: Es gibt zu viele Katzen in Deutschland, vor allem zu viele heimatlose Streuner. Bis zu zwei Millionen sollen es Schätzungen zufolge sein. Genaue Zahlen gibt es nicht. Herrenlose Katzen, ausgesetzt oder wild aufgewachsen, bevölkern weite Teile Deutschlands. Meist leben sie im Verborgenen, in Bauernhöfen oder verlassenen Scheunen. Sie sind nachtaktiv, verwahrlost und menschenscheu. Kastriert sind die Tiere nicht, und deshalb vermehren sie sich extrem stark.

Zu viele Streuner

Tierheime in Deutschland spüren die Folgen massiv. Silvia Gruber vom Tierschutzverein Dachau hat auch in diesem Jahr wieder ein Problem: Es gibt viel zu viele Babykatzen. In den Sommermonaten setzt alljährlich eine Katzenschwemme ein. 40 junge Katzen in ihrem Tierheim sind keine Seltenheit - Tendenz steigend.

Der Zustand der Tiere ist oft bedenklich. Häufig gibt es Fälle wie diesen: Tierfreunde lasen in einem verlassenen Stall eine verwahrloste Katzenmutter mit vier Babys auf. Die Mutterkatze war auf zwei Kilogramm heruntergehungert. Im Tierheim wird sie nun aufgepäppelt und kastriert, sobald sie ihre Jungen aufgezogen hat. Anschließend werden die Tierschützer dafür sorgen, dass sie ein neues Zuhause findet. Doch für viele Katzen gibt es kein solches Happy End.

Die einzige Möglichkeit, um das Problem der streunenden Katzen zu lösen, ist aus Sicht vieler Tierschützer eine Kastrationspflicht. Die Stadt Paderborn hat diese bereits vor zehn Jahren für alle frei lebenden Katzen erlassen. Seitdem hat sich die Zahl der Streunerkatzen im Stadtgebiet von bis zu 500 auf etwa 30 Tiere reduziert. Das Besondere an der Regelung: Jeder, der eine fremde Katze füttert, muss sich um deren Kastration kümmern. Die Verantwortlichen ziehen nach zehn Jahren eine positive Bilanz. Das Paderborner Modell ist zum Vorbild vieler Kommunen geworden. Doch noch stellt die Politik nicht die Weichen für eine allgemeine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen.

Dabei tritt durch die hohe Zahl der Streuner noch ein weiteres Problem auf. Die vielen freilaufenden und unkastrierten Katzen könnten ausgerechnet die Art bedrohen, die in Deutschland unter Schutz steht, die Europäische Wildkatze. Langsam erholt sich deren Bestand in deutschen Wäldern wieder, aber Experten befürchten, dass sich unkastrierte Hauskatzen mit Wildkatzen paaren könnten und der Genpool der Wildkatze so dauerhaft gefährdet werden könnte.

"planet e." berichtet über ein Katzenproblem, das vor allem eine Ursache hat: die Unachtsamkeit des Menschen.

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