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Klimakiller Klimaanlage

Immer mehr Deutsche kühlen ihre Wohnräume mit stromfressenden Geräten. Und das hat Folgen: Denn der Kälte-Boom heizt die Erderwärmung weiter an.

27 min
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26.07.2020
26.07.2020
UT
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.07.2022

Das Öko-Institut schätzt den jährlichen Zuwachs bei den Klimageräten auf bis zu 20 Prozent. Das bedeutet: Auch der Energiekonsum wächst und damit der Ausstoß von Treibhausgasen. Ein Extra-Klimakiller sind dabei die verwendeten Kältemittel. Sie sind rund 2000-mal schädlicher als CO2.

Die Klimaanlagen-Monteure können sich - trotz Corona-Krise - vor Anfragen nicht mehr retten. Seit dem Hitzesommer 2018 bauen sie Geräte im Akkord ein. Kunden müssen schon mal zehn oder mehr Wochen warten, bis die heiß ersehnte Kühlanlage kommt und schweißtreibende Sommernächte endlich der Vergangenheit angehören.

Noch liegen die Deutschen dabei in der Klimaanlagen-Statistik weit hinter den USA, Israel oder Japan. Vor allem in den boomenden Ländern Asiens wächst die Nachfrage weit stärker als in Europa. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass sich die Zahl der Klimaanlagen rund um den Globus in den kommenden 30 Jahren verdreifachen wird – auf 5,6 Milliarden. Schon jetzt haben die kühlenden Geräte einen Anteil von rund zehn Prozent am globalen Stromverbrauch.

Klimafreundliche Alternativen

Gesucht wird deshalb nach klimafreundlichen Alternativen. Die Stadt Wien etwa bietet Fernkälte an. Gespeist wird die aus einer sogenannten Absorptionsanlage, die die Wärme aus der Müllverbrennung energiesparend in Kälte umwandelt und durch Rohre in die Gebäude leitet. Eine Idee, die im Kleinen auch das Umweltbundesamt in Dessau umgesetzt hat. Dort allerdings kommt die Wärme aus einer Solaranlage auf dem Dach. Ein weiterer Vorteil: Als Kältemittel wird einfaches Wasser verwendet.

Das Bürohaus "2226" in Lustenau am Bodensee geht noch einen Schritt weiter: Es kommt ganz ohne Heizung und Klimaanlage aus. Möglich macht das eine ausgeklügelte Architektur und ein intelligentes Lüftungssystem. Lösungen, die in ähnlicher Form auch für einfache Wohnhäuser taugen, sagt NABU-Energieexperte Danny Püschel. Eine gute Dämmung, die Beschattung etwa durch Rollläden oder Bäume und richtiges Lüften reichen völlig aus. Er ist überzeugt: Eigentlich braucht in Deutschland niemand eine Klimaanlage.

Abkühlen gegen immer heißere Sommer: planet e. spürt der Frage nach, wie Klimaanlagen die Erderwärmung vorantreiben und ob intelligente Alternativen den Trend noch stoppen können.

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