Leben im Abwasser

Dokumentation | planet e. - Leben im Abwasser

Ein vergessener Hygiene-Skandal: Weltweit müssen rund 2,4 Milliarden Menschen ohne Toiletten auskommen. Nur eine Folge: Täglich sterben rund 1000 Kinder durch fäkalienverseuchtes Wasser.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.03.2018, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Die deutsche Nichtregierungsorganisation BORDA (Bremen Overseas Research and Development Association) hat sich vorgenommen, die hygienische Situation in den Slums zu verbessern. Sie errichtet dort kleine, dezentrale Abwassereinheiten, die das Schmutzwasser mechanisch und mikrobiologisch klären und filtern.

Sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen und eine hinreichende Aufbereitung verschmutzten Wassers sind die Voraussetzungen für ein würdevolles und gesundes Leben. Wo Toiletten fehlen und das Abwasser nicht gereinigt wird, entstehen erhebliche Gesundheitsgefahren. Oft treten Durchfallerkrankungen auf, die zum Tod führen können.

Gerade in den ärmeren Ländern der Welt fehlt es an Einrichtungen, die die Bevölkerung mit frischem Wasser versorgen und das Abwasser reinigen. So haben allen Millenniumszielen der UN zum Trotz immer noch rund 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung rapide. In Afrika zum Beispiel werden im Jahr 2050 schätzungsweise 2,5 Milliarden Menschen leben – doppelt so viel wie heute. Bis Ende des Jahrhunderts könnte sich die Bevölkerungszahl auf diesem Kontinent sogar vervierfacht haben. Auf der Suche nach Arbeit zieht es immer mehr Menschen in die Städte, in deren Randbezirken ungeplante, dicht bebaute Siedlungen entstehen, so genannte Informal Settlements. Meist werden diese Slums von den Behörden geduldet, aber nicht versorgt. Niemand fühlt sich verantwortlich, eine Infrastruktur fehlt.

Ohne die flächendeckende Versorgung mit Wasser und die Einrichtung sanitärer Anlagen kann es nicht gelingen, aus der Armut herauszukommen. Denn wer durch sauberes Wasser und eine funktionierende Kanalisation gesund bleibt, ist produktiver. Sinkt die Armut, sinkt auch die Geburtenrate. Das wäre für Tansania mit derzeit fünf bis sechs Kindern pro Familie ein erheblicher Fortschritt, wie die BORDA-Experten vor Ort berichten.

Bilderserie



Anlässlich des Weltwassertages begleitet "planet e." die Arbeit der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation BORDA (Bremen Overseas Research and Development Association) nach Daressalam. Dort bauen und betreiben die Mitarbeiter zusammen mit einheimischen Kräften sanitäre Anlagen. Zum Beispiel leeren kleine Unternehmen wie die "Sanitation on Wheels" die Fäkaliengruben der Hütten und transportieren die Exkremente per Handwagen zur Kläranlage. Zudem kann das aufbereitete Wasser zum Bewässern von Pflanzen, das entstehende Biogas zum Kochen verwendet werden. Öffentliche Toiletten, manchmal mit Duschen, werden wie kleine Mikrounternehmen geführt, bieten so Arbeitsplätze. Die verbesserte Hygiene führt zu besseren Wohnbedingungen und ermöglicht den Bewohnern ein würdevolles Leben in einer Umgebung, die endlich nicht mehr stinkt.

Interview mit Jutta Camargo, BORDA

Eindrücke von den Dreharbeiten in Tansania

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet