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Leergefischt - sind Afrikas Seen noch zu retten?

Doku | planet e. - Leergefischt - sind Afrikas Seen noch zu retten?

Er gilt als fischartenreichster See der Erde – der Malawi-See an der Grenze zwischen Malawi und Tansania. Doch der wichtigste Speisefisch des drittgrößten Sees Afrikas ist fast ausgestorben. Hemmungslos abgefischt von einer stetig wachsenden Bevölkerung.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.07.2019, 11:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Viele Generationen lang war der „Chambo“, eine Buntbarschart aus dem Malawi-See, die bedeutendste Eiweißquelle für die hier lebende Bevölkerung. Doch seit einigen Jahren findet sich kaum mehr ein Exemplar in den Netzen der Fischer am Westufer des drittgrößten Sees Afrikas.

Nun müssen neue Ideen her. Und deutsche Wissenschaftler sollen dabei helfen. Wichtigstes Ziel ist zu verhindern, dass in der Not jetzt nicht auch noch alle anderen Fischarten im Malawi-See geplündert werden. Dabei können die traditionellen, kleinen Fischteiche im Land helfen. Nur, sie müssen nun effektiv und nachhaltig bewirtschaftet werden. „Ich liebe Fisch“ heißt das Projekt des Meeresbiologen Dr. Bernd Ueberschär der Molekularbiologin Dr. Marina Gebert, das in Kooperation mit der Agraruniversität in Lilongwe aktuell umgesetzt wird. Durch die Entwicklungszusammenarbeit soll eine funktionierende Nachzucht des „Chambos“ für die Aquakulturen im Lande etabliert werden. Außerdem planen die Forscher sogenannte „Aquaponik-Anlagen“, die eine integrierte Nutzung der Exkremente der Fische als Dünger für gleichzeitig angebautes Gemüse vorsieht.

Dr. Marina Gebert und Dr. Bernd Ueberschär wissen, dass die Zeit drängt. Denn zu wenig hochwertiges Eiweiß sorgt in der Bevölkerung zunehmend für Mangelernährung, dem sogenannten „verborgenen Hunger“. Immerhin: Die Voraussetzungen für das Projekt sind günstig. Die Lehmböden des Landes eignen sich gut, um das Wasser in den Fischteichen am Versickern zu hindern. Und die Sonne liefert genug Energie für dringend benötigten Solarstrom, damit die Umwälzpumpen laufen.

Doch Technik alleine kann das Problem nicht lösen. Dr. Ueberschär und Dr. Gebert wollen, dass die Malawis die Fischzucht- und Aquaponik-Anlagen auch betreiben können, wenn die Deutschen das Land längst wieder verlassen haben. Darin sehen die Wissenschaftler die größte Herausforderung für „Ich liebe Fisch“.

Interview mit Dr. Marina Gebert, Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie

Dr. Marina Gebert studierte Biologie mit den Schwerpunkten Molekularbiologie und Hydrobiologie/Fischereiwissenschaften an der Universität Mainz sowie der Universität Hamburg. Momentan arbeitet sie an der Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie in Lübeck.

Interview mit Dr. Bernd Ueberschär, Gesellschaft für marine Aquakultur Büsum

Dr. Bernd Ueberschär studierte Meeres- und Fischereibiologie sowie physikalische Ozeanographie. Seit 35 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Aquakultur, speziell mit der Verbesserung von Fischfutter für Jungfische. Im Rahmen seiner Forschung hat Dr. Ueberschär spezielle Aufzuchtanlagen für Jungfische konzipiert. Er ist Mitarbeiter der Gesellschaft für marine Aquakultur in Büsum.

Informationen zu Malawi

Afrikas große Seen

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