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Massenware Leder - wie natürlich ist es?

Doku | planet e. - Massenware Leder - wie natürlich ist es?

Schuhe, Polstermöbel, Autositze, Taschen: natürlich am liebsten aus Leder. Doch wie natürlich ist das Leder wirklich? Kaum einer der vielen Fertigungsprozesse ist umweltfreundlich.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.05.2019, 11:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Es ist ein milliardenschweres Geschäft mit globalen Dimensionen: Aus Tierhaut entsteht durch Gerbung Leder, das dann veredelt wird. Mit künstlichen Farbstoffen und einem schönen, aber durchaus auch giftigen Glanz aus Kunststoff.

Je nach Bearbeitung, in der Fachsprache "Zurichtung" genannt, kann das Leder einen bestimmten Glanz erhalten, sich seidig oder wachsig anfühlen. Weltweit werden fast 90 Prozent der Leder mit dem Schwermetall Chrom gegerbt. Bei falscher Anwendung kann sich daraus das gefährliche Chrom VI entwickeln, das als krebserregend gilt. In Ländern wie Bangladesch oder Indien arbeiten die Menschen in den Gerbereien oft unter erschreckenden Bedingungen: Teils noch giftige Chemikalien verbilligen die Verarbeitung. Dadurch können solche Lederhersteller ihre Produkte auf dem Weltmarkt zu unschlagbar billigen Preisen verkaufen. Kinderarbeit ist nichts Ungewöhnliches, gesundheitliche Risiken existieren offiziell nicht.

Leder ohne Schwermetalle

In Deutschland gibt es nur noch wenige Gerbereien. Solche Verhältnisse wie in Asien wären hier nicht denkbar. Gerbereien wie SÜDLEDER in Rehau haben eigene Kläranlagen, um die Chemikalien wieder aus dem Wasser zu entfernen. Dort lässt auch der Allgäuer Lederhändler Johann-Peter Schomisch seine Tierhäute gerben. Er verzichtet konsequent auf Chrom und schwermetallhaltige Farben. Seine Tierhäute, die vorwiegend aus Süddeutschland kommen, werden ausschließlich vegetabil gegerbt, das heißt, mit pflanzlichen Gerbstoffen. Seine kleine Firma Ecopell vertreibt ausschließlich solche Leder, die auch nicht zugerichtet, also nicht mit Kunststoffen beschichtet sind. Er möchte, dass seine Leder schadstoffarm sind und keine Allergien auslösen.

Weltweit wird mehr als die Hälfte der Leder zu Schuhen verarbeitet, das meiste in Asien. Aber auch auf dem Balkan gibt es eine Schuhindustrie. Viele europäische Firmen lassen dort massenweise ihre Ware produzieren - wie zum Beispiel in Mazedonien. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind zu Niedrigstlöhnen beschäftigt, die manchmal sogar unter denen in China liegen. Das Ergebnis solcher Produktionsbedingungen sind Schuhe, die im Handel nicht viel kosten. Sie werden dadurch immer mehr zur Massen- und Wegwerfware.

"planet e." hat sich in der Welt des Leders umgeschaut zwischen Chemiebomben und Hungerlöhnen. Die Sendung zeigt aber auch, wie umweltfreundlichere Alternativen aussehen könnten.

Interview mit Johann-Peter Schomisch, Geschäftsführer Ecopell

Interview mit Dr. Christian Schelle, Schadstoffexperte TÜV Rheinland, Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA)

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