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Radio-Frauen aus dem Regenwald

Mit Mikro und Rekorder gegen Ausbeutung

Sie kämpfen digital: drei mutige Frauen aus Ecuador. Mit Mikrofon und Rekorder geht es durch den Regenwald. Ihr kleiner Radiosender wird zur Bastion gegen die Ausbeutung ihrer Heimat.

28 min
28 min
02.08.2020
02.08.2020
UT
UT
Video verfügbar bis 02.08.2021

Indigene Völker im Amazonas-Regenwald sind bedroht: Ölkonzerne dringen immer tiefer in die Lebensräume ein. Den indigenen Frauen eine Stimme geben: Dafür kehren die Radioreporterinnen zurück zu ihren Wurzeln.

Zwar leben Mariana Canelos, Jiyun Uyunkar und Rupay Sumak heute in der Stadt, doch geboren und aufgewachsen sind sie im Regenwald. Neben Spanisch sprechen sie auch ihre Stammessprachen. Unverzichtbar, um Hörerinnen in den abgelegenen Amazonas-Dörfern zu erreichen. "Bisher hat niemand den Frauen in den Dörfern eine Stimme gegeben. Aber wir tun es", sagt Mariana Canelos, "wir wollen ihren Lebensalltag zeigen, ihre Geschichten und Lieder aufnehmen, bevor sie in Vergessenheit geraten." In vielen Dörfern im Amazonas-Gebiet haben Frauen nichts zu sagen. Doch in Sarayaku, einer Kichwa-Gemeinde, ist die Emanzipation schon längst Realität, seitdem die Frauen im Jahr 2003 schwer bewaffnete Soldaten vertrieben haben, die Ölarbeiter beschützen sollten. Jetzt haben die Frauen das Sagen im Dorf. Die Kichwa sind weiter auf der Hut, denn durch die Corona-Pandemie steckt Ecuador in einer tiefen Rezession. Neue Schulden könnten durch die Erschließung neuer Ölfelder im Regenwald bezahlt werden.

Ein Lebensraum in Gefahr

Im Norden Ecuadors durchziehen schon seit vielen Jahren kilometerlange Pipelines den Regenwald. Viele von ihnen korrodieren und platzen. Das Öl dringt in den Boden und schwemmt in die Flüsse, die Lebensadern für die Menschen dort. Doch das ist nicht das einzige Problem. "Wenn die Ölkonzerne kommen, dann werden Straßen gebaut. Wir haben Angst um unsere Kinder, dass sie durch Versprechungen den Lebensstil der Ölarbeiter annehmen und in die Städte abwandern. Wir haben Angst, dass unsere Töchter in die Prostitution gehen, unsere Söhne kriminell werden", sagt Jiyun. Die Radiomacherin kommt aus Washirpas an der Grenze zu Peru. Das Dorf wurde erst vor 50 Jahren missioniert.

Emanzipierte Frauen mit Mikrofonen in der Hand sind hier eine Seltenheit. Denn die Geschlechterrollen sind noch sehr tradiert. Die drei Frauen müssen viel Überzeugungsarbeit leisten. Doch am Ende werden sie ihr Radioprogramm mit exklusiven und sehr intimen Geschichten über die Menschen im Regenwald reich bestücken können. Die digitale Revolution – auch im Regenwald Amazoniens nimmt sie Gestalt an.

Die Radio-Frauen bei der Arbeit

Das "planet e."-Team konnte die drei Radio-Frauen auf ihrer Reise in den tiefen Regenwald zwei Wochen lang begleiten. Per Kanu ging es auf Nebenflüssen des Amazonas in entlegene Dörfer. So entstand eine eindrucksvolle Dokumentation, die hautnah den Lebensalltag der Menschen im Amazonas-Gebiet zeigt.

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