Rote Lippen, grünes Label

Die neuen Versprechen der Kosmetikindustrie

Doku | planet e. - Rote Lippen, grünes Label

Die Werbung für Kosmetik macht große Versprechungen. Aber "faltenfrei" und "strahlend schön" ist nicht mehr genug – jetzt wird an das ökologische Gewissen der Verbraucher appelliert.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.09.2018, 15:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Die Produkte sind "natürlich", "bio", "vegan" und seit Neuestem auch "fair". Was ist dran an diesen Versprechen? Sind die Produkte wirklich besser für die Umwelt und die Haut? Oder ist das alles nur ein raffinierter Etikettenschwindel?

Doch was genau steckt eigentlich in Kosmetik? Prof. Martina Kerscher von der Universität Hamburg warnt vor blindem Vertrauen in Versprechen der Hersteller. Nicht jedes Kosmetikpröbchen, das in der Einkaufstüte landet, muss ausprobiert werden. Wer zu viel Kosmetik benutzt, schadet seiner Haut.

Begriff "Naturkosmetik" ist nicht geschützt

Vor allem das riesige Angebot im Drogeriemarkt sorgt für Verwirrung: Manche Produkte tragen vier oder fünf verschiedene Siegel, auf vielen Packungen machen Aufdrucke von natürlichen Inhaltsstoffen wie Honig oder Wörter wie "natürlich" oder "natural" den Eindruck von Naturkosmetik – obwohl ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, dass sie nur aus synthetischen Stoffen bestehen. Verbraucherschützer sehen in der Verwendung solcher Begriffe eine Verbrauchertäuschung, die sie als "Greenwashing" bezeichnen.

Geahndet werden solche Fälle nicht, denn diese Begriffe dürfen von den Herstellern ohne Vorgaben verwendet werden. Nicht einmal das Wort "Naturkosmetik" ist geschützt: Klare gesetzliche Regeln oder ein staatliches Siegel für Naturkosmetik gibt es nicht.

Alle Naturkosmetik-Siegel, mit denen Produkte gekennzeichnet werden, wurden von Naturkosmetik-Verbänden erstellt. Das bedeutet, dass die Kriterien für die Siegelvergabe und für die Kontrolle von den Verbänden selbst festgelegt wurden. (Mehr dazu im Interview mit Verbraucherschützerin Silke Schwartau weiter unten auf dieser Seite)

Drang zur Selbstoptimierung

Fast ein Fünftel der deutschen Teenager ist nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung mit seinem Aussehen nicht glücklich. Der Anteil der Unzufriedenen liegt damit höher als in jeder anderen Altersgruppe. Der Drang zur Selbstoptimierung beginnt immer früher, und die Bereitschaft der 2,6 Millionen weiblichen Teenager im Land, für die Schönheit Geld auszugeben, wächst. Ihre erste Wimperntusche kaufen sich junge Mädchen heute kurz vor ihrem zwölften Geburtstag. Dann Kajalstift, Lippenstift, Grundierung, Rouge. Ein Riesenmarkt, den die Kosmetikindustrie nur allzu gern bedient. Deutschland führt den europäischen Beauty-Markt an – mit 13,3 Milliarden Euro Gesamtumsatz.

"planet e." geht der Frage nach, wie der Verbraucher im Siegel- und Versprechungs-Dschungel der Kosmetik überhaupt noch durchblicken kann.

Interviews zur Doku

Interview mit Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Links, Apps und weitere Informationen

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