Schätze aus der Tiefsee

Doku | planet e. - Schätze aus der Tiefsee

Metalle aus der Tiefe der Meere: Mangan, Kupfer, Kobalt. Rohstoffressourcen, interessant für die Industrie. Aber Tiefseebergbau ist teuer und schädigt das Ökosystem.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.05.2018, 16:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Dennoch: Die Schatzsuche läuft. Wissenschaftler und Industrie arbeiten fieberhaft daran, neue Rohstoffquellen zu erschließen. Um den wachsenden Bedarf zu decken und um sich von Importen unabhängig zu machen. Auf dem Meeresgrund werden sie fündig.

In verschiedenen Regionen des Pazifischen und Indischen Ozeans lagern Manganknollen. Schwarze, über Jahrmillionen gewachsene Klumpen, die zu einem hohen Anteil aus Mangan, Kupfer, Nickel und Kobalt bestehen und deshalb eine potenzielle Rohstoffquelle für unsere hochtechnisierte Gesellschaft darstellen. Manganverbindungen werden in der Stahlindustrie verwendet, Kupfer zum Beispiel für Handys und Windkrafträder. Pro Windrad werden etwa 30 Tonnen Kupfer verbaut. Nickel wird für die Herstellung von Edelstahl gebraucht, es macht Stahl beständiger und härter. Kobalt wird für Handys und Computer verwendet. Vor allem moderne Techniken benötigen viele Metalle, die oft nur spärlich vorkommen.

Problem nur: Die Lagerstätten befinden sich in einer Tiefe von 4000 bis 6000 Metern. Ihr Abbau stellt nicht nur eine große Herausforderung für die Rohstoffindustrie dar. Er würde auch in ein Ökosystem eingreifen, das nahezu unerforscht und daher kaum verstanden ist. Durch den Tiefseebergbau droht unbekannten Arten das Aus. Meeresbiologen befürchten sogar, dass der Abbau einen ähnlich desaströsen Eingriff in die Natur darstellen könnte wie das Abholzen der Regenwälder. Trotzdem halten Deutschland und viele andere Länder an dem Plan fest, Manganknollen vom Grund des Meeres zu bergen. Ihre Claims haben sie bereits abgesteckt.

Mit dem deutschen Forschungsschiff "Sonne" reisen Wissenschaftler in ein Gebiet, das Kollegen schon 1989 aufgesucht hatten. Damals hatten diese Wissenschaftler Furchen in den vier Kilometer tiefen Meeresgrund gezogen. Die Forscher auf der "Sonne" gehen der Frage nach, ob die Spuren im Schlamm noch sichtbar sind. Und ob sich das Leben um sie herum regeneriert hat. Sie hoffen mit ihren Erkenntnissen zumindest die schlimmsten Auswirkungen des Tiefseebergbaus verhindern zu können. Ihre bisherigen Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass Eingriffe in solchen Tiefen schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben werden.

Grafik zum Tiefseebergbau

Tiefseebergbau

Bildquelle: MISEREOR

Auf Manganknollen angewiesen: Tiefsee-Oktopus

Interview mit Klaus Schilder, MISEREOR

Dr. Klaus Schilder ist Referent für Entwicklungspolitik und arbeitet im Berliner Büro von MISEREOR.

Lizenzgebiete im Manganknollengürtel

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