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Sondermüllimporte

Deutschlands giftigstes Geschäft

Doku | planet e. - Sondermüllimporte

Deutschland ist weltweit einer der größten Importeure von Sondermüll. Mehrere Millionen Tonnen dieser Abfälle werden jährlich nach Deutschland transportiert und hier recycelt, verbrannt und deponiert.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.06.2019, 04:50
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

Wie gefährlich sind die Transporte? Dirk Jansen, Geschäftsführer des BUND NRW, reist quer durch die Republik und begibt sich für "planet e." auf Spurensuche: Wann sind die Importe von Sondermüll sinnvoll, wann sind sie ein ökologisches Problem?

Toxische Filterstäube und giftige Chemikalien: Fast jedes Land der EU exportiert meldepflichtigen Müll nach Deutschland. Auch aus Staaten wie Brasilien oder Ghana wird Sondermüll importiert.

Sondermüll, der nicht recycelbar, aber auch nicht hochtoxisch ist, kann verbrannt und bei manchen Anlagen zur Stromerzeugung thermisch verwertet werden.Die Temperaturen sind höher als bei der Verbrennung von Hausmüll. Bei dem Prozess bleiben zwei Rückstände übrig: Schlacken, die gereinigt werden können, und hochgiftige Filterstäube. Dieser toxische Müll muss dauerhaft eingelagert werden, und zwar unterirdisch.

Der Geologe Jürgen Kreusch hält dieses Verfahren für problematisch. Er meint, dass eine sichere Einlagerung nicht garantiert werden könne. Risiken wie Wassereintritt würden überspielt, denn schließlich gehe es hier um viel Geld.

Die Niederlande exportieren die größte Menge Sondermüll nach Deutschland, weil es in unserem Nachbarland weniger Verwertungsanlagen gibt. Die Deponierung hochtoxischer Stoffe unter Tage ist gar nicht möglich – die Niederlande liegen unterhalb des Meeresspiegels. Das Land ist darauf angewiesen, Siedlungs- und Sonderabfälle zu exportieren. Und deutsche Entsorgungsfirmen lassen sich dafür gut bezahlen.

Die Abfälle gelangen auf vielen Wegen ins Land, zum Beispiel per LKW auf unseren Autobahnen. Im Visier des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) sind Speditionen, die keine Zulassung für Sondermülltransporte haben, auch Müll illegal ins Land schaffen wollen oder gar mit falschen Transportpapieren täuschen. Laut Gernot Hülser von der Bezirksregierung Münster und Udo Bierholz (BAG) sind im Schnitt 23 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge zu beanstanden. Die beiden prüfen seit fast 20 Jahren mit Abfällen beladene Lkw.

Giftmüllfässer lagern häufig weitgehend ungeschützt im Freien
Giftmüllfässer lagern häufig weitgehend ungeschützt im Freien Quelle: ap

Dirk Jansen nimmt "planet e." mit zu dem Gelände der Firma S.D.R. Biotec. Das Entsorgungsunternehmen im sächsischen Pohritzsch täuschte offenbar über zehn Jahre lang vor, mit chemischen Prozessen giftigen Müll in harmlosen Abfall umwandeln zu können. Der Giftmüll aus Deutschland, Italien, der Ukraine, Slowenien und Weißrussland soll allerdings zu einem großen Teil auf Altdeponien in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verscharrt worden sein – und zum Teil noch heute dort lagern. Der Fall gilt als einer der größten deutschen Giftmüllskandale.

Wie ein ökologisch sinnvoller Import und eine entsprechende Verarbeitung von Sondermüll funktionieren können, lässt sich in Krautscheid in Rheinland-Pfalz beobachten. In den Fabriken von Johnson Controls wird Blei aus Autobatterien zurückgewonnen. Länder wie Ghana, die keine Möglichkeit haben, wertvolle Metalle wie zum Beispiel Blei zu recyceln, sollen unterstützt werden. Das Projekt dient der globalen Rückgewinnung strategischer Metalle.

Grenzenlose Giftmüllfracht

Interview mit Sebastian Fiedler, Bund Deutscher Kriminalbeamter

Interview mit Dirk Jansen, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)

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