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Tierversuche auf dem Prüfstand

Doku | planet e. - Tierversuche auf dem Prüfstand

Tiere leiden im Labor. Sie werden krank gemacht, vergiftet, getötet – zum Entsetzen vieler Menschen. Wissenschaftler halten dagegen: Tierversuche sind nötig zur Heilung von Krankheiten.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.04.2019, 11:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

An etwa zwei Millionen Tieren wird jährlich in deutschen Tierversuchslaboren experimentiert. Ein Ende – nicht in Sicht. Aber kann man überhaupt auf Tierversuche verzichten? Oder gibt es Alternativen?

Es ist ein Dilemma: Auf der einen Seite leiden und sterben täglich Tausende Tiere in den Laboren für medizinische Zwecke. Auf der anderen Seite helfen gerade diese Tierversuche vielen Menschen, ihr Leben ein Stück erträglicher zu machen. Aktivistengruppen wie PETA halten die Versuche für Tierquälerei, bezweifeln ihren praktischen Nutzen und verlangen den ausnahmslosen Ausstieg. Wissenschaftler dagegen halten die Belastung für die Tiere meist für vertretbar. Es bleiben ethische Fragen: Dürfen wir mit Tieren zu unserem Nutzen experimentieren? Wo sollten wir verzichten? Wo sind Tierversuche unerlässlich? Und gibt es Alternativen?

Mögliche Alternative: Multiorganchips


Eine davon wird in Berlin entwickelt. Bei der Biotechnologie-Firma TissUse arbeitet man an handgroßen Multiorganchips. Darauf befinden sich zwei "Mini-Organe": Leberzellen und Zellen der Bauchspeicheldrüse. Durch einen Blutkreislauf miteinander verbunden und auf 37 Grad Celsius geheizt, stellt der Multiorganchip einen an Diabetes Typ 2 erkrankten Menschen dar. Die Berliner wollen herausfinden, welche Diabetes-Medikamente wirklich helfen und sicher sind. In jahrzehntelangen Tierversuchen hatte man bisher keinen Erfolg. Man stieß immer wieder an die Grenzen der Übertragbarkeit auf den Menschen.

Der Multiorganchip vereint zwei wichtige Bereiche der Forschung: Er arbeitet mit menschlichen Zellen, und er kann komplexere systemische Vorgänge abbilden, wie sonst nur der Tierversuch. Er könnte in Zukunft 70 Prozent aller Tierversuche für die Medikamentenentwicklung ersetzen. Das wäre ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg aus dem Abschied vom Tierversuch.

Cochlea-Implantat für hörgeschädigte Patienten

Doch noch funktioniert das nicht bei allen Krankheiten: "planet e." begleitet die hörgeschädigte Patientin Sabine Kubalek-Schröder. Sie hat von Tierversuchen profitiert. Sie trägt ein sogenanntes Cochlea-Implantat, das mit Versuchen an Katzen und Meerschweinchen an der Universität Göttingen entwickelt wurde und seit Jahrzehnten im Einsatz ist. Heute kann sie mit ihrem tauben Ohr sogar telefonieren.

Derzeit wird am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen an einer neuen Generation von Hörimplantaten geforscht. Mithilfe von Lichtsignalen sollen sie Tonhöhen und Frequenzen sehr viel feiner auflösen können. Es geht um wesentliche Verbesserungen. Bevor die neuen Modelle am Menschen getestet werden können, müssen Versuche an Mäusen und Weißbüschelaffen zeigen, dass die Implantate sicher arbeiten und entscheidende Vorteile mit sich bringen. Die Experimente direkt am Menschen durchzuführen, wäre ein unzumutbares Risiko, sagen die Hörforscher. Hinter neuen Medikamenten, Impfstoffen und Prothesen stecken oft auch Tierversuche.

Primaten aus Mauritius

Makake auf Mauritius
Makake auf Mauritius Quelle: ZDF/Kristin Siebert

Viele der Primaten, an denen Tierversuche durchgeführt werden, stammen von Mauritius. Hier werden die Affen für die Pharmaindustrie gezüchtet. Etwa 8000 Tiere werden von dort aus jährlich exportiert - auch nach Deutschland. Für Tierschützer Anand Nithoo ein unerträglicher Gedanke. "planet e." ist mit ihm auf Spurensuche in den Wäldern von Mauritius. Offiziell werden hier keine Tiere mehr in freier Wildbahn gefangen, sondern gezüchtet. Die EU erlaubt nur den Import von Tieren aus zweiter Generation in Gefangenschaft.

Videos zum Thema Tierversuche

Hintergrundinfos zum Thema

Anfrage an das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR)

Die Filmautorin hat eine schriftliche Anfrage an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geschickt. Das Ministerium hat die Anfrage zur Beantwortung an das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) weitergereicht.
Anbei die Antworten des BfR.

Team

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