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Wildnis in Deutschland

Deutschland ist eine der mächtigsten Industrienationen der Erde. Nahezu jeder Quadratmeter des Landes wurde umgegraben oder bebaut. Wie viel Raum bleibt da für Wildnis?

28 min
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31.05.2020
31.05.2020
UT
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.05.2022

Zwischen Autobahnen, Siedlungen und Agrarflächen ist für ursprüngliche Natur kaum noch Platz. Dennoch hat sich die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel gesetzt – bis 2020 soll auf zwei Prozent der Landesfläche wieder Wildnis entstehen. Wie kann das gelingen?

Lebensraum Wald

Die häufigste natürliche Vegetationsform Mitteleuropas ist Wald. . Und den gibt es reichlich in Deutschland. Noch immer ist rund ein Drittel des Landes mit Wald bedeckt. Davon sind jedoch nur kleine Bereiche ökologisch wertvoll, denn bei uns überwiegen Wirtschaftswälder zur Holzproduktion. Meist stehen Bäume derselben Art und gleichen Alters in Reih und Glied, ohne Unterwuchs oder natürliche Dynamik. Nur wenige Tier- und Pflanzenarten können solche Forste als Lebensraum nutzen. Der Begriff der Wildnis steht dem diametral entgegen. In einem Wald wildes Wachstum zuzulassen und die Tiere nicht mehr zu bejagen – das ist ein gewaltiger Schritt, den wir in Deutschland erst wieder lernen müssen.

Besondere Chancen dafür bieten sich auf ehemaligen militärischen Sperrgebieten, wie sie sich etwa im Osten Deutschlands auf den Flächen der "Stiftung Naturlandschaften Brandenburg" finden. Hier vollzieht sich ein erstaunlicher Wandel. Die Bereiche sind von der militärischen Nutzung stark in Mitleidenschaft gezogen und zum Teil mit Munition verseucht. Sie sind wirtschaftlich meist uninteressant, schwer zugänglich und groß. Das macht sie zu idealen Freiland-Laboren und zukünftigen Wildnis-Gebieten.

Stürme und Feuer gestalten hier die Landschaft, nicht der Mensch. Die Bestände von bedrohten Tierarten erholen sich spürbar, wie zum Beispiel der Seeadler. Der Wolf, der als Inbegriff von Wildnis gilt, feiert ein Comeback, das kaum jemand für möglich gehalten hätte. Bisher gelten nur 0,6 Prozent der Landesfläche Deutschlands als Wildnis. Um die angestrebten zwei Prozent zu erreichen, wie es sich die Bundesregierung in ihrer nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt vorgenommen hat, fehlen derzeit noch rund 5.000 Quadratkilometer. Ein ernüchternder Wert, da selbst Nationalparks in Deutschland oft nur um die 100 Quadratkilometer groß sind und bis zu ihrer Gründung meist viele Jahre vergehen.

"planet e." geht der Frage nach, wie sich Wildnis wieder erschaffen lässt und wann ein Gebiet überhaupt als Wildnis gilt.

Stellungnahme des Bundesumweltministeriums

Kurzportraits ausgewählter Wildnisgebiete

Eine Uhu-Familie auf dem ZDF-Dach

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