Alles arme Schweine?

Schweinemast am Scheideweg

Noch 21 Stunden

Dokumentation | planet e. - Alles arme Schweine?

Schweine artgerecht halten – geht das überhaupt? "planet e." zeigt Schweinehaltung auf Biohöfen und auf konventionellen Betrieben mit Initiativen zu artgerechterer Haltung.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.01.2017, 14:43

Zu Beginn der "Grünen Woche" in Berlin demonstrierten Verbraucher und Bauern für ein besseres Schweineleben. Schweine artgerecht halten – geht das überhaupt? 27 Millionen Schweine stehen in deutschen Ställen.  "planet e." hat in die deutschen Schweineställe hineingeschaut. Wie sieht der Alltag für die Schweine in konventionellen Mastanlagen aus, wie funktioniert Schweinezucht auf biologischen Höfen?

Die konventionellen Mäster stehen in Sachen Tierwohl unter massivem Druck. Bei den aktuellen Billigstpreisen für Schweinefleisch lässt sich das Geld nur über die Menge verdienen. Mehr Geld ausgeben an der Fleischtheke wollen die Verbraucher nicht, lehnen aber gleichzeitig tierquälerische Haltungsformen ab. Die Mäster versuchen, Abhilfe zu schaffen. Sie halten weniger Tiere im Stall und räumen ihnen mehr Platz ein. Mit klimpernden Ketten, Beißhölzern oder Raufutter-Tonnen können sich die Schweine spielerisch beschäftigen.

Biohöfe: Auslauf und Stroheinstreu

Anders sieht das Schweineleben auf den Biohöfen aus. Hier sind freier Auslauf und Stroheinstreu Pflicht. Aber es zeigen sich ganz andere Probleme. Es gibt nur noch wenige Schweinerassen, die freilandtauglich sind. Die meisten Verbraucher verlangen ganz mageres Fleisch. Folglich wurde den Schweinen das Fett weggezüchtet. Doch diese Tiere sind anfälliger und können den Anforderungen einer Freiland-Haltung nicht genügen.

Obwohl Bioschweinefleisch einen Marktanteil von weniger als einem Prozent am gesamten Fleischmarkt hat, stehen die konventionellen Schweinemäster mit dem Rücken an der Stallwand. Denn das Image der Massentierhaltung könnte kaum schlechter sein.

Initiative Tierwohl

Verbände der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft sowie verschiedene Supermarktketten des Lebensmittelhandels haben die Initiative Tierwohl gegründet. Sie wollen das Leben der Nutztiere in konventioneller Haltung verbessern. In allen teilnehmenden Supermärkten kostet das Fleisch nun vier Cent mehr pro Kilogramm.

Dieses Geld kommt in den Fonds der Initiative Tierwohl, die damit die teilnehmenden konventionellen Höfe bei der Umsetzungen von Maßnahmen zur artgerechteren Tierhaltung unterstützt. Die Schweine bekommen dann zum Beispiel Beschäftigungsmaterial oder mehr Platz im Stall. Viele Naturschutz- und Tierschutzverbände stehen der Initiative allerdings eher kritisch gegenüber. Sie fordern klare gesetzliche Regeln für eine artgerechtere Haltung von Nutztieren.

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