Wale in Not - Sind die Meeressäuger noch zu retten?

Doku | planet e. - Wale in Not - Sind die Meeressäuger noch zu retten?

Fast alle Länder stellten den Walfang 1986 ein, doch die Bestände vieler Arten erholen sich nicht. Trotz Klimawandel, Erschließung der Meeresböden und Müll - sind die Meeressäuger noch zu retten?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.10.2017, 16:30

Obwohl fast alle Länder den Walfang 1986 eingestellt haben, erholen sich die Bestände vieler Arten nicht. Klimawandel, Erschließung der Meeresböden und Müll machen ihnen zu schaffen.

Wie dramatisch die Lage ist, wurde deutlich, als Anfang des Jahres fast 30 Pottwale an den Stränden der Nordsee verendeten. Gut möglich, dass Lärm dazu geführt hat, dass sich die Tiere verschwommen haben.

Zudem entdeckten die Forscher in den Mägen der Wale jede Menge Plastikmüll.
Viele Menschen waren ergriffen, als sie die Kadaver der Meeresgiganten an den Stränden der Nordsee gesehen haben. Es kommt immer wieder vor, dass Gruppen von Walen stranden. Ein deutsches Forscherteam um die Wildtierbiologin Ursula Siebert will herausfinden, warum die Pottwale überhaupt in die Nordsee geschwommen sind. Wale orientieren sich über die Ortung der Echos ihrer eigenen Laute. Sie sind von ihrem Gehör abhängig. Wenn ihr Hörvermögen durch Lärm beeinträchtigt wird, sind sie verloren. Das gilt auch für die kleinen, in Nord- und Ostsee heimischen Schweinswale. Sie sind massiv bedroht.

Physiker Andreas Ruser will durch Versuche an frei lebenden Tieren herausfinden, ab welcher Lautstärke der Lärm für die Tiere zur Bedrohung wird. Seine Messungen sollen die Basis für spätere Grenzwerte sein, die den Unterwasserlärm zukünftig beschränken. Denn der Krach von zunehmendem Schiffsverkehr, der Lärm durch die Förderung von Rohstoffen aus immer größeren Tiefen oder das Errichten von Offshore-Windparks können fatale Folgen für die Tierart haben. Und die durch den Klimawandel steigenden Wassertemperaturen sorgen dafür, dass wieder mehr Wale in Nord- und Ostsee zu finden sind. Auch Arten, die in unseren Meeren eigentlich keine Nahrung finden, verirren sich an unsere Küsten.



Die Meeresbiologen haben längst erkannt, dass die Wale unsere Hilfe brauchen. Im norwegischen Andenes nutzen deutsche Wissenschaftler das Interesse an den Tieren, um auf die Probleme im Lebensraum Meer hinzuweisen. Der Küstenort ist ein Hotspot zur Walbeobachtung. Pottwale sind hier das ganze Jahr über anzutreffen.

Ausgerechnet ein Land, in dem Walfleisch immer noch auf den Speisekarten einiger Restaurants zu finden ist, profitiert von der Magie der Meeresgiganten. Ob die Wale, die seit etwa 40 Millionen Jahren die Meere bewohnen, auch dieses Jahrhundert überstehen, hängt in erster Linie vom Menschen ab.

Wale und Delfine - Die wichtigsten Arten im Überblick

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet