Zehn Milliarden Dollar für "grüne Energie" in Afrika

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Dokumentation | planet e. - Zehn Milliarden Dollar für "grüne Energie" in Afrika

Klimaprotokoll vom Pariser Gipfel: Es gibt einen Textentwurf und einen Strategiewechsel: Weg von Verpflichtungen, die von oben herab diktiert werden, hin zu freiwilligen Angaben.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.12.2016, 19:42

Dem Kohlestrom das Wasser abgraben – diese Strategie wird auf der Klimakonferenz immer deutlicher. Länder, die jetzt und in den nächsten Jahren ihre Energieerzeugungssysteme ausbauen oder erneuern wollen, sollen Brücken gebaut werden, um dann konsequent auf erneuerbare Energien wie Windkraft oder Photovoltaik zu setzen. Heute wurde ein 10-Milliarden-Dollar-Projekt für Afrika bekannt.

Es ist der afrikanische Kontinent, der immer mehr in den Fokus der Schlacht um künftige Energieversorgungssysteme rückt. Denn das Ausbaupotential in Afrika ist enorm. „Rund 600 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Strom“, so der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller. Das Ringen um künftige Aufträge im Energiesektor ist in vollem Gange. Die klassischen Kraftwerksbauer auf Basis fossiler Energieträger konkurrieren mit Windparkplanern oder Photovoltaikanlagenbetreibern.


Erneuerbare Energien bessere Lösung

Welche Energiesysteme zum Einsatz kommen, ist entscheidend für das Vorankommen im globalen Klimaschutz. Denn steht ein neues Kohlekraftwerk erst einmal, dann läuft es mindestens 30 Jahre – verschenke Zeit. Außerdem würde das Ziel der sogenannten Dekarbonisierung verfehlt, also Energie- und Wirtschaftssysteme so umzubauen, dass sie ohne Kohlenstoff, also ohne den Einsatz fossiler Energieträger funktionieren. „Diese Initiative ist enorm wichtig für den weltweiten Klimaschutz“, betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks heute auf der Klimakonferenz in Paris. „Afrika hat einen großen Energiehunger. Wir müssen jetzt verhindern, dass dieser Hunger mit Kohle, Öl und Gas gestillt wird. Erneuerbare Energien sind die bessere Lösung.“

Deutschland sagt 3 Milliarden Euro zu

Deswegen hat heute eine Gruppe von Industrieländern rund 10 Milliarden US-Dollar für erneuerbare Energien in Afrika zugesagt. Zurück geht das auf eine afrikanische Initiative, die schon der G7-Gipfel in Elmau aufgegriffen hatte. Bis 2020 sollen zusätzlich 10 Gigawatt erneuerbare Energie installiert werden. Deutschland stellt mit 3 Milliarden Euro den höchsten Beitrag für die Initiative zur Verfügung. Weitere Geber sind Frankreich, die USA, Großbritannien, die EU-Kommission, Kanada, Japan, Italien, Schweden und auch die Niederlande. Als Gesamtausbauziel in Afrika werden 300 Gigawatt an erneuerbaren Energien bis 2030 angestrebt. Darauf wies der ägyptischen Umweltminister Fahmy als Vorsitzender der afrikanischen Konferenz der Umweltminister hin. Auch nach der Pariser Klimakonferenz soll die Initiative offen für weitere Geberländer bleiben.

Für den Verlauf der Konferenz ist die Bekanntgabe der Energie-Initiative ein weiteres positives Signal. Derartige Projekte, bei denen Länder direkt unterstützt werden, rücken immer mehr in den Mittelpunkt der neuen Klimaschutzstrategien, für die
das angestrebte Abkommen von Paris die Basis bilden soll.

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