Wale in Not

Sonntag, 30.10.2016 um 16:30 Uhr

Obwohl fast alle Länder den Walfang im Jahr 1986 eingestellt haben, erholen sich die Bestände vieler Arten nicht. Klimawandel, Müll und die Erschließung der Meeresböden machen den Meeressäugern zu schaffen. Wie dramatisch die Lage ist, wurde deutlich, als Anfang des Jahres fast 30 Pottwale an den Stränden der Nordsee verendeten. Gut möglich, dass Lärm dazu geführt hat, dass sich die Tiere verschwommen haben. Zudem entdeckten die Forscher In den Mägen der Wale jede Menge Plastikmüll.

Gestrandete Pottwale an der Nordsee
Gestrandete Pottwale an der Nordsee Quelle: imago

Viele Menschen waren ergriffen, als sie die Kadaver der Meeresgiganten an den Stränden der Nordsee gesehen haben. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Gruppen von Walen stranden. Ein deutsches Forscherteam um die Wildtierbiologin Ursula Siebert will herausfinden, warum die Pottwale überhaupt in die Nordsee geschwommen sind. Wale orientieren sich über die Ortung der Echos ihrer eigenen Laute. Sie sind von ihrem Gehör abhängig. Wird ihr Hörvermögen durch Lärm beeinträchtigt, sind sie verloren. Das gilt auch für die kleinen Schweinswale in Nord- und Ostsee. Sie sind massiv bedroht.

Tod durch Lärm

Akkustikmessung bei einem Schweinswal
Akkustikmessung bei einem Schweinswal Quelle: ZDF / Tortsen Mehltretter

Physiker Andreas Ruser will durch Versuche an freilebenden Tieren herausfinden, ab welcher Lautstärke der Lärm für die Tiere zur Bedrohung wird. Seine Messungen sollen die Basis für spätere Grenzwerte sein, die den Unterwasserlärm zukünftig beschränken. Denn der Krach von zunehmendem Schiffsverkehr, der Lärm durch die Förderung von Rohstoffen aus immer größeren Tiefen oder das Errichten von Off-Shore Windparks können fatale Folgen für die Tierart haben. Und die durch den Klimawandel steigenden Wassertemperaturen sorgen dafür, dass wieder mehr Wale in Nord- und Ostsee zu finden sind. Auch Arten, die in unseren Meeren eigentlich keine Nahrung finden, verirren sich an unsere Küsten.

planet e.
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Die Meeresbiologen haben längst erkannt, dass die Wale unsere Hilfe brauchen. Im norwegischen Andenes nutzen deutsche Wissenschaftler das Interesse an den Tieren, um auf die Probleme im Lebensraum Meer hinzuweisen. Der Küstenort ist ein Hotspot zur Walbeobachtung. Pottwale sind hier das ganze Jahr über anzufinden. Ausgerechnet ein Land, in dem Walfleisch immer noch auf den Speisekarten einiger Restaurants zu finden ist, profitiert von der Magie der Meeresgiganten. Ob die Wale, die seit etwa 40 Millionen Jahren die Meere bewohnen, auch dieses Jahrhundert überstehen, hängt in erster Linie vom Menschen ab.

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