Haltbar ohne Ende - die Tricks mit den Lebensmitteln

Fertigprodukte

Dokumentation | planet e. - Haltbar ohne Ende - die Tricks mit den Lebensmitteln

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Viele Verbraucher greifen zu Fertigprodukten. Diese werden mit modernen Mitteln haltbar gemacht: Zusatzstoffe, Hochdruck, Bakterien - viele Methoden dienen nur dazu, Lebensmittel für die industrielle Verarbeitung nutzbar zu machen. Mit Hilfe der Lebensmittelchemie kann die minderwertige Qualität von Zutaten kaschiert werden, erklären Lebensmittelexperten. Und einige Zusatzstoffe bergen sogar Gesundheitsrisiken.

In den Supermärkten beherrschen Fertigprodukte die Lebensmittelregale. Was einst mit Pökeln und Erhitzen anfing, hat sich zu einer High-Tech-Industrie entwickelt. Die Nachfrage nach neuen Techniken steigt, denn nur haltbare Lebensmittel sind immer verfügbar.


Die massenhafte Konservierung von Nahrungsmitteln hat unser Essen revolutioniert. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer und der Ernährungsexperte Hans-Ulrich Grimm sind in diese Welt der Konservierungsmittel und -techniken eingetaucht und haben viele ungewöhnliche Methoden aufgespürt. Die Lebensmittelindustrie entwickelt neue Techniken, um Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst haltbar zu machen und ansprechend aussehen zu lassen - zumindest solange sie im Supermarkt liegen.

Bedenkliche Zusatzstoffe

Wie viel hat industrielles Essen noch mit frischen Lebensmitteln zu tun? Hunderte Zusatzstoffe werden in der EU eingesetzt, um Produkte haltbar oder ansprechend zu machen. Zusatzstoffe können Geschmack, Farbe oder Konsistenz von Produkten verändern, und damit die minderwertige Qualität von Lebensmitteln kaschieren.

Der Ernährungsexperte Hans-Ulrich Grimm hat vor allem die Stoffe im Visier, die nachweislich für die Verbraucher bedenklich sind: Zum Beispiel Konservierungsstoffe auf der Basis von Schwefel - die so genannten Sulfite. Sie können allergische Reaktionen auslösen. Außerdem können sie die Darmwand durchlässiger machen für Krankheitserreger und Schadstoffe. Sulfite stecken in vielen Produkten: Sie konservieren Senf, Meerrettich, Rosinen, getrocknetes Gemüse, Stärke oder Shrimps. In Essig, Zitronensaft, Kartoffelprodukten und Wein. Wie viele Sulfite ein Mensch pro Tag aufnimmt, ist daher schwer zu bemessen.

Frische-Etikett mit Farbanzeige

Am Technologie-Transfer-Zentrum in Bremerhaven arbeiten Forscher an einer Methode zur Überwachung der Kühlkette, sie entwickeln ein "intelligentes Etikett". In dem Aufkleber stecken dunkelblaue Mikrokristalle, die mit der Zeit ihre Farbe verlieren. Je länger und wärmer das Produkt lagert, desto stärker ist die Entfärbung. Außerdem passen die Forscher das Etikett an die spezielle Haltbarkeit des Produkts an: Je empfindlicher eine Ware, desto leichter entfärbt es sich.

An den Etiketten interessiert sind vor allem mittelständische Betriebe. Die großen Handelsketten dagegen blockieren, weil sie Angst vor Beschwerden haben, erklärt Caroline Hennings vom TTZ Bremerhaven: "Wenn sich zum Beispiel ein Verbraucher im Supermarkt ein Tiefkühlprodukt kauft, dessen Etikett noch ganz dunkel gefärbt ist, sprich: Das Produkt ist in Ordnung. Dieser Kunde lässt das Produkt im Kofferraum liegen über längere Zeit, stellt das Auto in die Sonne, kommt nach Hause und sieht: Seine Pizza ist anscheinend nicht mehr in Ordnung, weil das Etikett entfärbt ist, und gibt dem Supermarkt die Schuld. Das ist eine Situation, die die Handelsketten nicht sehr gut finden."

Herausforderung: verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln

Die Lebensmittelforscher stehen vor der großen Herausforderung, Haltbarkeit und verantwortungsvollen Umgang mit Nahrungsmitteln zu vereinbaren. Dafür entwickeln sie neue – angeblich gesündere - Konservierungsstoffe. Wissen wir schon genug darüber, welche Auswirkungen Zusatz- und Farbstoffe im Essen wirklich auf uns haben? Und: welche Konservierungsmethoden funktionieren im Alltag der Verbraucher?

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