1492: Amerika, Europa und die Umweltgeschichte

Columbian Exchange: Größter Kulturaustausch der Weltgeschichte

Amerika und Europa - das ist viel mehr als die historische Entdeckung durch Christopher Kolumbus im Jahr 1492. Denn die Besiedlung Amerikas durch Europäer, der Handel von Waren zwischen Europa und Amerika, lösten den größten Kulturaustausch der Weltgeschichte aus.

Die Forschung nennt diese Naturgeschichte der beiden Kulturen den "Columbian Exchange": Er begann vor 500 Jahren und verändert das Gesicht beider Kontinente bis heute. Mit Kolumbus veränderte sich nicht nur die "Neue", sondern auch die "Alte" Welt für immer. Der Austausch von Menschen und ihren Ideen, aber vor allem von Pflanzen und Tieren, von Viren und Bakterien begann. Der Filmtitel "Der geheime Kontinent" schien uns für diese Art der Evolution die beste Beschreibung, denn die mit Kolumbus entfachte Veränderung der Ökosysteme, der Tierwelten und der Gene brauchte manchmal Jahr-zehnte, um überhaupt sichtbar zu werden. Sie fand im Verborgenen statt - um dann umso radikaler die Lebenswelten der Menschen zu bestimmen.

Kontinentale Gegensätze

Die Umweltgeschichte zweier Kontinente zu erzählen war eine große Herausforderung an unsere Filmemacher. Denn der Zweiteiler sollte vor allem kein steriler Laborfilm werden. Die neuen Erkenntnisse der Ökowissenschaften mussten gesichert sein und einfließen, aber der Film sollte jener großen erzählerischen Geste und opulenten Optik folgen, die der klangvolle Stoff fordert. Und so zeigen wir es in all seiner Wildheit: das präkolumbianische Amerika, ein "Virgin Land": jungfräulich schön, unberührt und unermesslich reich an Naturschätzen. Und als Gegensatz das geschundene Europa, von Pest und Hungersnöten geplagt. Mit unseren ausgefeilten Tableaus und unseren Luftaufnahmen der vitalen Natur und unberührten Tierwelt wollen wir deutlich machen, warum Europa Amerika entdecken musste - und nicht umgekehrt. Denn der "neue" Kontinent ließ durch seine unerschöpflichen Ressourcen den "alten" überleben und wandelte sich mit den Jahrhunderten zu einem Abbild Europas.

Die zweiteilige "Terra X"-Dokumentation profitiert von den Erkenntnissen der Umweltwissenschaften und ihrem erfrischend neuen Blick: Interdisziplinär wird hier mit Biologie, Botanik, Medizin, Meereswissenschaften und historischer Soziologie gearbeitet. Deren Ergebnisse sind hoch aktuell und beleuchten die Umweltsituation am Beginn dieses Jahrtausends. "Der geheime Kontinent" berichtet aber nicht nur über den Kolumbus-Effekt, sondern profitiert auch redaktionell von beiden Seiten des Atlantiks: Die amerikanischen Kollegen von National Geographic haben die Dokumentation koproduziert.

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