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Terra X wird 40!

In der Welt der Fernsehprogramme sind 40 Jahre ein geradezu biblisches Alter, das nur wenige Sendereihen erreichen.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich nicht nur die Medienlandschaft dramatisch verändert. Deutschland hat politische und gesellschaftliche Umwälzungen erlebt, so dass die Zuschauer*innen von heute in einer verwandelten Welt leben. Geschmack, Interessenlage, die Medien und das Sehverhalten sind nicht mehr dieselben wie damals, haben sich zum Teil sogar radikal verändert. Deshalb sind die meisten Programme aus jener Zeit längst in der Mottenkiste verschwunden.

Terra X - Die Terra X-Vorspänne über die Jahrzehnte 

So sehen die Vorspänne von Terra X von den 80ern bis heute aus.

Videolänge

Das Erfolgsgeheimnis lautet: Metamorphose

Aber Terra X ist nach wie vor quicklebendig. Grund genug sich zu fragen, woran das liegen könnte, dass eine Reihe, die 1982 erstmals auf Sendung ging, noch immer am Sonntagabend an die 4 Millionen Zuschauer*innen findet, und zu den Kernmarken des ZDF gehört. Um die Antwort gleich vorwegzunehmen, das Erfolgsgeheimnis lautet: Metamorphose. Als die Sendereihe vor 40 Jahren von dem ZDF-Redakteur Gottfried Kirchner aus der Taufe gehoben wurde, warb der griffige Titel Terra X mit der Unterzeile: "Expeditionen ins Unbekannte". Atolle der Südsee, die Anden oder die großen Wüsten der Erde lagen damals noch außerhalb der Reichweite des Pauschaltourismus. Terra X aber brachte die entlegenen Winkel der Welt ins heimische Wohnzimmer und war dabei noch einem Geheimnis auf der Spur: dem rätselhaften Verschwinden einer Kultur, einem sagenumwobenen Schatz, einer spektakulären archäologischen Entdeckung. Marktanteile von bis zu 30 Prozent und Zuschauerzahlen, die an die zehn Millionen heranreichten, bewiesen, dass das Konzept aufging.

Technisch auf der Höhe der Zeit


Der Zauber des Exotischen allein reichte irgendwann nicht mehr. Im Lauf ihrer 40-jährigen Geschichte wandelte sich das Gesicht der Reihe erheblich, nicht zuletzt durch neue technische Gestaltungsmöglichkeiten. Oft genug ging Terra X dabei im ZDF voran – etwa bei der Umstellung auf den Highdefinition-Standard - und wurde auch gestalterisch stilbildend für das Genre der „Hochglanzdokumentationen“. Seit den späten achtziger Jahren war es möglich, untergegangene Schauplätze der Geschichte, Tempel, Paläste, ganze Städte mit Hilfe des Computers wieder auferstehen zu lassen. Dabei war Terra X immer auf der Höhe der Zeit, von den frühen, noch sehr technisch wirkenden Rekonstruktionen bis zu den fotorealistisch anmutenden „Computer Generated Images“ von heute, in denen sich sogar Menschen bewegen.

Vergangenheit lässt sich nicht nur im Computer wiederbeleben. In den neunziger Jahren gesellen sich die sogenannten „Reenactments“ dazu: die Rekonstruktion historischer Ereignisse mit Hilfe von Darstellern. Auch hierbei war Terra X Vorreiter. Von ersten, tastenden Versuchen mit kostümierten Statisten bis zu durchkomponierten Dialog-Szenen mit professionellen Schauspielern. Für lange Zeit prägten diese Inszenierungen den typischen Look von Terra X. Denn auf einmal war es möglich, untergegangene Welten aus ihren spärlichen Spuren auferstehen zu lassen und Helden von einst publikumswirksam wieder zum Leben zu erwecken. Höhepunkte dieser Art der Reanimation des Vergangenen waren die insgesamt zwanzig Folgen der Reihe „Die Deutschen“, einer Serie über bedeutende deutsche Politiker*innen und die sechsteilige Serie „Frauen, die Geschichte machten“. Mit diesen Filmen hatte sich Terra X erfolgreich in das Genre „Dokudrama“ vorgewagt.

Spektakuläre Dokumentationsreihen


Nicht nur die Machart der Filme hat sich im Verlauf von 40 Jahren verändert. Auch das Themenspektrum wurde um viele Bereiche aus der Welt des Wissenswerten erweitert. Zu den archäologischen Entdeckungen und Expeditionen, die anfänglich noch im Vordergrund standen, gesellten sich im Lauf der Zeit zunehmend Sendungen aus den Bereichen Geschichte, Natur und Wissenschaft. Auch der Tierfilm bekam einen festen Platz in der Terra X-Themenfamilie. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit dem renommierten Naturfilmer Andreas Kieling ebenso wie die Kooperation mit der „Natural History Unit“ der BBC, deren spektakuläre Dokumentationsreihen wie „Frozen Planet“, „One Planet“ und andere zu den internationalen Höhepunkten des Genres zählen.

War Terra X zunächst noch eine Reihe unter vielen, die auf dem Sonntagabend-Termin um 19.30 ausgestrahlt wurden, entschloss sich die Redaktion 2008 den gesamten Sendeplatz unter der prägnanten Marke Terra X zu vereinen, ohne dabei die unterschiedlichen Programmfarben Geschichte, Natur und Wissenschaft zu verlieren. Dabei setzen die Programmacher bis heute vor allem auf Abwechselung. Neben monothematischen Einzelfilmen werden unter dem Dach von Terra X häufig mehrteilige Sendereihen ausgestrahlt, wie etwa „Deutschland von oben“ mit Luftaufnahmen von deutschen Städten, Landschaften und Gewässern in ästhetischer und technischer Brillanz.  Oder die Reihen „Deutschland-“ – „Europa-“ – und „Welten-Saga“, in denen der renommierte Cambridge-Historiker Christopher Clark den Zuschauer auf Reisen durch Räume und Zeiten mitnimmt. Diese und viele andere Mehrteiler schaffen gegenüber den einzelnen Programmen besondere Auffälligkeiten und Schwerpunkte innerhalb eines Sendejahres.

Dokumentationen ein Gesicht geben

Regisseur Gero von Boehm mit Hape Kerkeling als Napoleon Bonaparte.
Regisseur Gero von Boehm mit Hape Kerkeling als Napoleon Bonaparte.
Quelle: ZDF/Alexander Hein


Schließlich bekam Terra X auch buchstäblich - Gesichter. Das war nicht immer so. Das typische Terra X-Programm kam noch bis in die 2000er Jahre als aufwändig gestaltete Dokumentation daher, die von einem Kommentarsprecher aus dem Off begleitet wurde, höchstens von einigen Interviewpartnern unterbrochen. Dann tauchten – zunächst noch selten - die ersten Moderatoren auf, die anfänglich zumeist Schauspieler waren. Mit Maximilian Schell schlüpfte 2004 erstmals ein prominenter Darsteller in die Rolle eines Erzählers vor der Kamera. Der Erfolg der Reihe "Imperium" ermutigte die Redaktion auch in der Folgezeit, den Dokumentationen am Sonntagabend ein Gesicht zu geben. Auf Maximilian Schell folgten Sebastian Koch, Robert Atzorn und Christian Berkel. Daneben schlüpften auch Persönlichkeiten in die Rolle des Präsentators, die von Hause aus für ein bestimmtes Thema standen, wie etwa der Astronaut Thomas Reiter oder der Erfolgsautor Frank Schätzing. Mit Hape Kerkeling schließlich führte erstmals ein populärer Entertainer durch ein Terra X-Programm. "Unterwegs in der Weltgeschichte " wurde zu einer der erfolgreichsten Reihen in der gesamten Terra X-Geschichte.

Wissenschaft, Spannung und Unterhaltung

Mai Thi Nguyen-Kim

Heutzutage, in einer Medienwelt, in der „Authentizität“ gerade bei jüngeren Zuschauer*innen ein hohes Gut darstellt, wird der Präsentator eines Programms in seiner Rolle viel stärker hinterfragt als in früheren Zeiten. Deshalb ist inzwischen ein anderer Typus von Moderator*in bei Terra X zuhause: der Mann oder die Frau mit Kompetenz, mit Autorität qua Sachverstand. Das trifft auf Harald Lesch zu, Astrophysiker und Philosoph, der in Sendungen wie „Faszination Universum“ aber auch in einem Dreiteiler über Martin Luther und vielen anderen Programmen, den Zuschauer in faszinierende Welten und Zeiten mitnimmt. Die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim, der jüngste Zuwachs im Terra X-Moderatorenteam, entführt uns ins geheimnisvolle Reich der Atome und anderer großer Naturrätsel und beweist, dass Wissenschaft, Spannung und Unterhaltung sich nicht gegenseitig ausschließen. 

Auch Dirk Steffens, langjähriger Moderator von "Faszination Erde" gehört zu den bekannten „Terra X-Gesichtern. Seine filmischen Expeditionen zu entlegenen Orten des Planeten, in faszinierende Natur und zu seltenen Tieren, verbindet er mit einem Anliegen: die Erhaltung der Artenvielfalt des Planeten. Mit Mirko Drotschmann schließlich wird das Moderator*innen-Team durch „MrWissen2go“ ergänzt. Der Name seines Internetauftritts ist Programm: Es geht um „Wissen zum Mitnehmen“. Mirko Drotschmann versteht es, Wissenswertes aus den Bereichen Geschichte und Politik didaktisch geschickt, faktenreich und doch verständlich aufzubereiten und das nicht nur auf seinem YouTube-Kanal sondern auch inzwischen regelmäßig am Sonntagabend bei Terra X.

Infotainment im besten Sinn

Mai Thi Nguyen-Kim und Mirko Drotschmann repräsentieren eine neue Generation von Terra X-Moderator*innen. Biografisch stammen sie aus der Online-Welt und haben von dort den Weg in das lineare Fernsehen gefunden. Das ist kein Zufall. Denn Terra X als Marke beschreitet bereits seit Jahren den Weg in die Online-Präsenz, ist in sozialen Medien wie Facebook und Instagram und auf anderen Plattformen aktiv. Auf Youtube unterhält Terra X neben seinem Stammkanal weitere Kanäle, wie Terra X Lesch &Co., Terra X plus, Terra Xplore, oder MrWissen2go Geschichte. Dazu kommen die Angebote in der ZDF-Mediathek, die Terra X-Podcasts und als neuestes Projekt ein Terra X-TikTok-Kanal, in dem sich die Marke wieder einmal ausprobieren will. Längst ist Terra X nicht nur zur bedeutenden Dachmarke des ZDF-Wissensprogramms avanciert, sondern auch eine der bekanntesten deutschen Wissensmarken in der digitalen Welt. Dass Wissen und Unterhaltung sich nicht ausschließen müssen, beweist seit 2019 Die große Terra X-Show. Johannes B. Kerner, der von Harald Lesch, Mai Thi Nguyen und Dirk Steffens flankiert wird, moderiert die Sendung, in der Prominente Aufgaben aus typischen Terra X-Themenkomplexen lösen müssen. Infotainment im besten Sinn.


Wenn Terra X nach 40 Jahren noch immer höchst vital ist, dann liegt es daran, dass es sich immer wieder selbst erfunden hat. Die Macher des Programms haben sich nie auf dem Erreichten ausgeruht. Das gilt neben den Verantwortlichen in der ZDF-Redaktion auch für die große Zahl deutscher Produzent*innen, die das Programm über vier Jahrzehnte hergestellt haben. Denn der weitaus größte Teil der Terra X-Sendungen waren und sind Auftragsproduktionen, die aus der Filmwirtschaft stammen. Der Erfolg der Marke ist auch der Erfolg der vielen freien Autor*innen und Regisseur*innen, die mit ihren Ideen und Vorschlägen die Redaktion immer wieder angeregt und herausgefordert haben. Die kreative Auseinandersetzung eigenwilliger Köpfe war und ist der Motor von Terra X, eine 40jährige, ununterbrochene Metamorphose, die im Unterschied zum Tierreich, aus dem der Begriff stammt, kein natürliches Ende hat.

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