Alaska: Abenteuer auch fürs Filmteam

Drehbericht von Christopher Gerisch und Kay Siering

Temperaturen von minus 30 bis plus 30 Grad Celsius, Nächte auf blankem Gletschereis und Braunbären, die mit dem Kamera-Mikrofon spielen: Auch für uns Filmemacher und Kamerateams sind die Dreharbeiten zu "Abenteuer Alaska" ein Abenteuer!

Insgesamt neun Wochen verbringen wir im nördlichsten Bundesstaat der USA – aufgeteilt in drei Reisen zu verschiedenen Jahreszeiten. Nur so können wir die ganze Vielfalt der Natur einfangen, vom heißen Sommer bis zum bitterkalten Winter.

Übernachten auf dem Gletscher

Viele Drehorte sind so abgelegen, dass sie nur aus der Luft zu erreichen sind. Als uns unser Helikopter-Pilot Will auf dem Westfork-Gletscher mitten in der Einsamkeit der Alaska-Range absetzt, grinst er und wünscht uns: "Good luck!" Die folgenden Tage schlafen wir in kleinen Zelten direkt auf der Gletscherzunge, unter uns knackt ständig das 300 Meter dicke Eis. Trinkwasser schmelzen wir aus Schnee, eine Toilette gibt es nicht. Immer wieder ziehen heftige Schneestürme über uns hinweg – auch am vereinbarten Abreisetag. Erst mit Verspätung gelingt es Pilot Will schließlich, uns vom Gletscher zurück in die Zivilisation zu fliegen. Im Tiefflug, durchgeschüttelt vom Sturm.

Drehen und Übernachten auf dem West-Fork-Glacier in Zentral-Alaska
West-Fork-Glacier: Das Team verbrachte einige Nächte direkt auf dem Eis. Quelle: ZDF/Kay Siering

Ähnlich abenteuerlich ist unser Trip zu den Braunbären im Katmai Nationalpark. Auch hier schlafen wir in Zelten, mitten in der Einsamkeit, umgeben von unzähligen riesigen Grizzlys. Unsere Lebensmittel müssen wir in Containern verstauen, damit sich die Bären nachts nicht bedienen. Während der Dreharbeiten mit Tierfilmer Andreas Kieling sucht ein junger Braunbär intensiven Kontakt zu uns und beginnt, mit unserem Mikrofon zu spielen. Mit ruhigen Bewegungen kann Kamera-Assistent Jan Thormählen sein Arbeitsgerät befreien.

Durchnässt in der Wildnis

Wie nass Alaska sein kann, erleben wir in der Glacier Bay. Die Gegend gehört zu den niederschlagreichsten Regionen des Planeten. Während unserer Dreharbeiten hat es ohne eine einzige Pause geregnet. Kapitän Zac steuert unser kleines Boot durch Sturm und Dauerregen souverän vorbei an Seelöwen, Orcas und Buckelwalen. Am Ende sind wir zwar bis auf die Haut durchnässt, werden jedoch von einer beeindruckenden Kulisse belohnt. Am Mc Bride-Gletscher begrüßen uns riesige blaue Eisberge, die bei Ebbe am Ufer liegen.

Mächtigen Elch-Bullen begegnen wir im Denali Nationalpark. Die riesigen Tiere sehen genügsam aus, sind aber unberechenbar und gefährlich. In Alaska sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Angriffe von Elchen als durch Braunbären. So gefährlich diese Elche sind, so sehr freuen wir uns über ihr Auftauchen: In den farbenprächtigen Ebenen des Nationalparks sorgen sie für atemberaubende Aufnahmen.

Zu Gast bei den Ureinwohnern

Die Gastfreundschaft der Indianer lernen wir in den Minto Flats kennen. Gemeinsam mit dem Publizisten Dirk Rohrbach besuchen wir Häuptling Charlie Titus und seinen Stamm der Athabasken-Indianer. Mit kleinen Booten fahren wir zum Tanana-River, fangen Lachse und sitzen am Lagerfeuer. Voller Begeisterung hören wir den Indianern zu, die uns Geschichten ihrer Vorfahren erzählen.

Die letzte Etappe führt uns im Winter nach Barrow. Der Ort liegt ganz im Norden an der Küste zum Arktischen Ozean und ist eine Ansammlung von Hütten. Wir begleiten Atmosphärenforscher Martin Stuefer an diesen einsamen, eiskalten Ort. Bei Barrow steht die modernste Klimastation der Arktis. Am Ende kehren wir voller neuer Eindrücke nach Deutschland zurück. Wir haben großartige Landschaften und gastfreundliche Menschen kennen gelernt.

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