Ackerbau, Viehzucht und Arbeit unter Tage

Die Kelten in Europa

Die Römer hielten die Kelten für wilde, kulturlose Barbaren, die abgeschieden in den unzugänglichen Landschaften des nördlichen Europa hausen. Aber die meisten Kelten lebten schon seit langem in wohlgeordneten Dorfverbänden und hatten Handelskontakte mit vielen Völkern Europas.

Die Kelten waren kein einheitliches Volk, doch Sprache und Kultur waren allen Stämmen gemeinsam. Karierte Stoffe waren ihre Erfindung. Sie hatten keine eigene Schrift und kannten nur mündliche Überlieferung. Darin ist viel von Helden und großen Schlachten die Rede. Die meiste Zeit jedoch verbrachten sie mit Ackerbau und Viehzucht.

Zeit der Wanderung



Seit etwa dem 6. Jahrhundert vor Christus bevölkerten die Kelten weite Teile Europas. Anfangs lebten sie nur in Dörfern, später gründeten sie die ersten Städte nördlich der Alpen. Im 5. Jahrhundert vor Christus begann eine Zeit der Wanderung: Kelten ziehen nach Italien, über den Balkan, nach Griechenland und bis in die Türkei. Eine Vielzahl von Spuren hinterließen sie im heutigen Österreich, das zu einem ihrer Stammgebiete gehörte.

Im Naturhistorischen Museum von Wien lagern unzählige Objekte, die Archäologen bei Ausgrabungen geborgen haben. In einem Knochen, der in einem frühkeltischen Grab gefunden wurde, steckt eine skythische Pfeilspitze. Wurden die Kelten von ihren östlichen Nachbarn besonders oft angegriffen? Gab es Gründe dafür? Eine mögliche Erklärung findet sich im Archiv des Museums. Hier lagern die Dokumente eines sensationellen Fundes: handkolorierte Zeichnungen von über zweitausend Gräbern, die in den österreichischen Alpen ausgegraben wurden. Wertvolle Waffen und Schmuckstücke, die man den Toten mitgab, zeugen von Wohlstand und einer Kultur, die nach ihrem Fundort Hallstatt einer ganzen Epoche den Namen gab: "Hallstattkultur".

Der "Mann im Salz"

Was war die Ursache für die Besiedlung und den Reichtum der damals abgelegenen Gegend? Die Antwort findet sich in dreihundert Meter Tiefe - im ältesten Bergwerk der Welt. Archäologen suchen hier nach Hinweisen, die Aufschluss geben über Leben und Arbeiten der Kelten vor 2500 Jahren. Die Arbeit unter Tage war gefährlich; viele Bergleute wurden verschüttet. Im 17. Jahrhundert fand man hier die mumifizierte Leiche eines keltischen Bergmanns. Er wurde berühmt als der "Mann im Salz". Das dort abgebaute Mineral hat ihn über Jahrtausende konserviert.



Salz, das "weiße Gold" der Kelten, war seit frühester Zeit ein hochbegehrter Rohstoff, der in weiten Teilen Europas gehandelt wurde und so wertvoll war wie Gold oder Bernstein. In einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab, diente es zur Konservierung von Fisch und Fleisch.Ohne Salz wäre so manche Familie verhungert. Der Konservierungstechnik der Kelten verdanken wir Salami, Pökelfleisch und Schinken.

Sternstunde der Archäologie

Der Reichtum vieler Keltenstämme war legendär: Ein Beleg dafür ist das Monumentalgrab des Fürsten von Hochdorf. Forscher entdeckten es unweit von Stuttgart - eine Sternstunde der Archäologie. Unter zehn Tonnen Granitgestein lagen hier die sterblichen Überreste des Toten.


Bestattet hatte man ihn zusammen mit prächtigen Schüsseln, Trinkhörnern und Tellern für standesgemäße Festgelage im Jenseits. Im 500 Liter fassenden Bronzekessel fand man Reste von Honigwein. Die Könige der keltischen Frühzeit wurden im Laufe der Jahrhunderte durch gewählte Stammesführer ersetzt.

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