Adams' Leben und "Freiheit" in Japan

Wichtiger Partner für den Shogun Ieyasu

Warten und Ungewissheit sind das Schlimmste für Wiliam Adams. Auf hoher See war er gewohnt, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Hier ist er der Macht des fremden Herrschers ausgeliefert. Allein in seiner Zelle fürchtet er, dass jeder Tag der letzte sein kann.

39 Tage muss William Adams auf eine Entscheidung warten. Dreimal wird er vor den Herrscher geführt, der sich nach Einzelheiten der Religionskriege erkundigt.

Aufgaben für den Seefahrer

Der listige Ieyasu wägt ab, wer ihm mehr Nutzen bringt. In dem Engländer sieht er einen viel versprechenden neuen Partner. Nach seiner Machtübernahme hat er große Aufgaben für den Seefahrer. Er schenkt ihm sein Leben und die Freiheit - in Japan. Den Portugiesen erklärt Ieyasu, er wolle sich nicht in ihre Glaubenskriege einmischen. Die Neuankömmlinge hätten niemandem geschadet. Adams' Freude über die Freiheit hat einen bitteren Beigeschmack. Er darf das Land nicht verlassen. Ieyasu braucht ihn beim Aufbau eines neuen, mächtigen Japan.



Im bedeutendsten Heiligtum des alten Japan, dem Ise-Schrein, in dem die Insignien des Kaisers aufbewahrt werden, lässt Ieyasu die offizielle Würdigung seines Sieges durch die kaiserlichen Priester vorbereiten. Im Jahre 1603 erreicht er endlich das Ziel, auf das er Jahrzehnte gewartet hat. Er wird zum höchsten militärischen Herrscher Japans, zum Shogun ernannt. Tokugawa Ieyasu - der Begründer einer neuen Herrscherdynastie. Ihm gelingt, wovon unzählige Fürsten geträumt haben: die Einigung des Reiches unter einem absoluten Herrscher. Mit seiner Ernennung beginnt die Ära der Tokugawa Shogune. 264 Jahre lang werden seine Nachkommen Japan regieren.

Totale Kontrolle des Adels

Die wichtigste Veränderung im Staate: Die Präsenzpflicht der Fürsten und ihrer Familien am Hof. Das sichert ihm die totale Kontrolle des Adels und führt dazu, dass hunderte von neuen Residenzen in der Reichshauptstadt gebaut werden. Es entsteht das glanzvolle Edo, das heutige Tokyo. Ieyasus prächtiges Schloss überragt die neue Hauptstadt.



William Adams ist inzwischen 39 Jahre alt. Die fremde Kultur hat ihn in ihren Bann geschlagen. Er berichtet, dass er häufig zum neu ernannten Shogun geladen wird. Für normale Japaner ist es undenkbar, zu dem strengen Diktator vorgelassen zu werden. Mit Stolz erzählt Adams dem Shogun von der großen Seeschlacht Englands gegen die spanische Armada, bei der er an der Seite von Sir Francis Drake gekämpft hat. Der Draufgänger beeindruckt den Herrscher durch sein geheimes Kartenmaterial, sein geographisches Wissen und die nautischen Erfahrungen, die er auf seiner großen Fahrt gesammelt hat.

Abenteuerliche Reise

Anhand von Skizzen und Karten erklärt Adams den genauen Verlauf seiner abenteuerlichen Reise: Am 24. Juni 1598 bricht die Flotte mit fünf Schiffen in Holland auf. Schon an der nordafrikanischen Küste wird der Proviant knapp. Auf den Kapverdischen Inseln versuchen sie vergeblich, Nachschub zu bunkern. Dort sitzen die Portugiesen. Der Admiral der Flotte stirbt, und viele wollen umkehren, aber Adams überzeugt die Mannschaften, weiterzusegeln. Auf der kleinen Insel Annobón müssen sie schließlich vor Anker gehen, weil ein Großteil der Besatzungen erkrankt ist.


Durch seinen spannenden Bericht gelingt es Adams, die Sympathie des Shogun zu gewinnen. Er erzählt von der ungeheuren Strapaze der Atlantik-Überquerung. Jeder erhält täglich nur ein Viertelpfund Brot und einen Viertelliter Wasser. Viele werden von einer rätselhaften Krankheit dahingerafft. Adams kaut den Lederbezug von Masten und Tauen, um den unerträglichen Hunger zu bekämpfen.

Verschollene Flotte

Der Shogun verfolgt auf den holländischen Karten fasziniert die Reise über den Atlantik, an der Küste Südamerikas entlang, durch die Magellanstraße. Adams Schiff erreicht mit der ausgehungerten Besatzung den Pazifischen Ozean und - wartet auf den Rest der Flotte. Doch der bleibt verschollen. Sind ihre Kameraden umgekehrt, ertrunken oder Opfer von Kannibalen geworden? Die Moral der Mannschaft erreicht einen Tiefpunkt. Wer sich heimlich an den knappen Lebensmitteln vergreift, wird sofort hingerichtet.


Monatelang geht die Fahrt durch die Weiten des Pazifik Richtung Japan. Ratten und Würmer ersetzen frischen Proviant. Endlich tauchen Inseln am Horizont auf. Als der Kapitän sie nicht ansteuert, springen einige Männer über Bord. Wochenlang sucht Adams vergeblich sein Ziel. Erst ein fürchterlicher Taifun spült sein Schiff an die felsige Küste Japans, das auf seiner Seekarte falsch eingetragen ist. Der Herrscher wundert sich, was für ein Bild die Europäer von Japan haben. 50 Jahre nach der Landung der Portugiesen in seinem Reich.

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