Ägyptens Königsgräber

Forscher machen einen sensationellen Fund

Im Sand der ägyptischen Wüste liegen kostbare Schätze verborgen. Internationalen Forscherteams gelangen jüngst sensationelle Funde. Gräber hochgestellter Persönlichkeiten kamen ans Tageslicht. Wer waren die Toten? Mit kriminalistischer Akribie versuchen Archäologen, Hinweise auf die Identität der Bestatteten zu finden.

Vor etwa 5000 Jahren entstand an den Ufern des Nil die erste Hochkultur der Menschheit. Bis heute zeugen zahlreiche Monumente vom glorreichen Zeitalter der Pharaonen. Die legendären Herrscher hinterließen vor allem gigantische Grabmale, denn die Ägypter glaubten an ewiges Leben nach dem Tod. Eine luxuriöse Ruhestätte und reiche Beigaben für die einbalsamierten Verstorbenen sollten den Aufenthalt im Jenseits so angenehm wie möglich machen.

Prominenten-Friedhof

Etwa 17 Kilometer südlich von Gizeh, dem berühmten Kairoer Vorort mit seinen riesigen Pyramiden, liegt Sakkara (Saqqara), eine der bedeutendsten Totenstädte des Pharaonenreiches. Hier errichtete der geniale Baumeister Imhotep um 2650 v. Chr. die 60 Meter hohe Stufenpyramide. Das Grabmal König Djosers war am Nil das erste aus Stein gefügte und mit Abstand größte Bauwerk seiner Zeit.

Die Nekropole erstreckt sich über ein sechs Kilometer langes und bis zu 1,5 Kilometer breites Areal. Sie wurde bis 540 n. Chr. genutzt. Tausende ließen sich dort beisetzen. Vor allem während des Neuen Reiches (1550 - 1069 v. Chr.) erwarben sich viele Anwohner einen Grabplatz. Bei der Vergabe wurden allerdings Männer und Frauen bevorzugt, die dem Herrscherhaus nahe standen.

Schatzsucher-Land

Wie auf anderen Grabfeldern auch wurden die meisten Grüfte bereits zur Zeit der Pharaonen von Räubern geplündert. Heute suchen Wissenschaftler unter strengen Auflagen der ägyptischen Behörden nach den Mumien der ehemaligen Prominenten. Das unterirdische Netz aus Gräbern, Galerien und Raubschächten ist an der sandigen Oberfläche kaum zu erkennen.

Seit über 20 Jahren leitet der Archäologe Alain Zivie Grabungskampagnen in Sakkara. Der Franzose entdeckte bereits mehrere Grüfte von einst Reichen und Mächtigen. Einer seiner letzten Funde zählt auch zu seinen spektakulärsten: die Grablege einer Frau mit der ehrenvollen Bezeichnung "Amme, die das Fleisch des Gottes nährte". Ihr eigentlicher Name lautet "Maja".

Diplomaten-Gruft

Die großzügige, kunstvolle Ausstattung ihrer letzten Ruhestätte spricht für eine einst angesehene Persönlichkeit. Eine Darstellung zeigt die Verstorbene mit einem noch knabenhaft wirkenden Jungen, dessen Kopfschmuck ihn als Pharao ausweist. Maja war die Amme des göttlichen Kindkönigs Tutanchamun. Sie gehörte also zum Hofstaat. Doch ihre Mumie bleibt trotz intensiver Suche unauffindbar.

Während das Team nach Majas sterblichen Überresten fahndet, entdecken die Forscher um Alain Zivie eine weitere Luxusgruft unter dem Wüstensand Sakkaras. Darstellungen, Gravuren und Inschriften an den Wänden weisen auf den hohen Rang des Bestatteten hin. Der Franzose kann den Namen des Toten entziffern: Netjeruemes. Doch welche Verdienste hatte sich der Ägypter erworben, die ihm ein derart pompöses Grabmal erlaubten? Zivie setzt alles daran, das Rätsel zu lösen.

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