Afrika - mitten ins Herz

Entdeckungen in Uganda, Ruanda und dem Kongo

Berggorillas, die regelmäßig den Gipfel eines Vulkans in bis zu 4000 Metern Höhe erklimmen. Elefanten, die sich nachts in einer geheimnisvollen Höhle sammeln. Mysteriöse Wolken, die allmonatlich wie aus dem Nichts aus dem Viktoriasee aufsteigen: Das Herz Afrikas ist voller Rätsel - Dirk Steffens ist ihnen in der neuen Folge von "Faszination Erde" auf der Spur.

Lobelien im Nebelwald
Lobelien im Nebelwald Quelle: ZDF

Noch vor 150 Jahren war das Innere des afrikanischen Kontinents weitgehend unerforscht - ein großer weißer Fleck auf der Weltkarte. Das änderte sich, als die Kolonialmächte begannen, Expeditionen durch Dschungel und Sümpfe auf den Weg zu schicken. Ihr Auftrag war unter anderem, die Quellflüsse der großen Ströme aufzuspüren: des Niger, des Sambesi und des Nil.Mehr ...

Berge, die für Regen sorgen

Die Abenteurer und Forscher, die sich ins Innere Afrikas vorwagten, lieferten sich erbitterte Wettstreite um Ruhm und Ehre. Mit der Entdeckung des Viktoriasees, des zweitgrößten Süßwassersees der Erde, erreichten sie schließlich das Herz Afrikas. Der Viktoriasee ist der Lebensquell im Inneren des Kontinents. Über 30 Millionen Menschen der Region leben von seinem Wasser. Einmal im Monat steigen dunkle Wolken aus seiner Tiefe auf. Es sind Schwärme aus Milliarden von Büschelmücken, die sich in einem einzigen großen Paarungstanz versammeln. Auch die Einheimischen profitieren auf ihre Weise von diesem Schauspiel der Natur. Mehr ...

Ufer des Viktoriasees mit Schilf und Reihern
Viktoriasee, Ufer Quelle: ZDF

Woher kommen die Wassermassen dieses gewaltigen Binnensees? Die Einheimischen wussten die Antwort wohl schon immer: Westlich des Sees, entlang der Grenze zwischen Uganda und dem Kongo, befindet sich ein Gebirgsmassiv mit bis über 5000 Meter hohen, teilweise vergletscherten Gipfeln, das sich meist in dichten Nebel hüllt. In ihrer Sprache trägt es den Namen Ruwenzor: Regenmacher-Berge. Uns sind sie seit der Antike als sagenumwobene "Mondberge" bekannt.

Geologische Ausnahmeerscheinung

Trick Entstehung Mondberge Quelle: ZDF


Ihre Entstehung war lange Zeit ein Rätsel. Obwohl das Ruwenzori-Gebirge am Ostafrikanischen Grabenbruch liegt, einer geologisch aktiven Zone, die für die Entstehung zahlreicher Vulkane verantwortlich ist, handelt es sich um ein Gebirge vom Typ der Alpen, ein Faltengebirge. Gesteinsanalysen und seismische Messungen beweisen, dass die Ruwenzoris ganz anders entstanden sind als die anderen Gebirge in der Region. Erst kürzlich gelang es Wissenschaftlern, ein Erklärungsmodell für diese geologische Besonderheit zu entwickeln: Eine tiefe, heiße Magmakammer - ein so genannter Mantelplume - schmilzt die Erdkruste von unten her auf. Während das schwere Gestein nach unten sinkt, bleibt das leichtere zurück. Die nun leichter gewordene Schicht der Kruste hebt sich und faltet sich zu einem gewaltigen Gebirge auf. Nirgendwo sonst auf der Welt haben Geologen bisher Vergleichbares gefunden. Mehr dazu: Rift Link - ein Forschungsprojekt zur Geophysik des äquatorialen Afrika

Ein rätselhaftes Phänomen birgt auch der erloschene Vulkan Mount Elgon an der Grenze von Kenia und Uganda: Der von Hunderten Lavaschlothöhlen durchzogene Berg ist ein Versammlungsort für viele Tiere der Region. So betreten etwa Gruppen von Elefanten alle paar Wochen die so genannte Kitum-Höhle. Sie tasten sich in vollkommener Dunkelheit fast 180 Meter tief in das Innere vor. Das Wissen um diesen besonderen Ort wird in der Herde von Generation zu Generation weitergegeben.

Trick Entstehung Salzhöhle

Riskante Begegnungen

Was die Tiere unwiderstehlich anzieht, sind konzentrierte Salzvorkommen, die den Elefanten in der salzarmen, kalkhaltigen Erde der Umgebung fehlen. Doch auch Wilderer kennen die Kitum-Höhle und nutzten sie in der Vergangenheit als tückische Falle. So wurde die Elefantenpopulation von ursprünglich 1200 Tieren auf rund 100 reduziert. Ranger versuchen nun, die Wilderer fernzuhalten und die Tiere zu schützen. Die Höhle ist Fluch und Segen für die Tiere zugleich. Sie liefert zwar wertvolles Salz, ist aber auch Brutstätte für Krankheitserreger, die es dort leicht haben, unterschiedliche Arten zu infizieren.

Zwei grasende Antilopen
Antilopen Quelle: ZDF


Immer wieder wird davon berichtet, dass Krankheitserreger zwischen Wild- und Nutztieren wechseln und so auch zur Gefahr für die Menschen werden. Forscher studieren dort, wo Hirten traditionell ihr Vieh weiden lassen, die Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger. Sie untersuchen regelmäßig Wildtiere, um rechtzeitig zu erkennen, wenn Gefahren von eingeschleppten Krankheiten drohen. Auch menschliche Keime können zur Gefahr für Tiere werden. Mensch und Berggorilla teilen etwa 98 Prozent des Erbguts. Das Risiko, dass Krankheitskeime "überspringen", ist bei der verwandtschaftlichen Nähe besonders groß.

Bei den Letzten ihrer Art

Berggorillas, kleine Gruppe Quelle: ZDF


Das Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und Kongo ist auch die Heimat der letzten Berggorillas, weltweit gibt es nur noch rund 700 Tiere in drei Gebieten. Dirk Steffens begleitete die Primatenforscherin Martha Robbins in ein Schutzgebiet und erfuhr unter anderem, warum man bei der Gorillabeobachtung einen Sicherheitsabstand einhalten muss. Die faszinierenden Menschenaffen wandern auf der Suche nach bestimmten Pflanzen auf die bis zu 4000 Meter hohen Vulkankrater der Virungaberge. Wissenschaftler sind dabei herauszufinden, weshalb die Tiere solche Strapazen auf sich nehmen und wie der Bestand der Population langfristig zu sichern ist. Mehr ...

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