Akte Kolumbus noch offen

Vorläufiges Aus für die Bergung des Wracks

Im September 2003 erreicht das Team in Panama eine höchst erfreuliche Nachricht: Das Wrack von Playa Damas gehört zu den ältesten Schiffsfunden vor der Küste Amerikas. Und es datiert auf die Zeit der großen Entdeckungsreisen. Doch ein Bergungsverbot macht die Hoffnung um die Entschlüsselung des Wracks wieder zunichte.

Doch immer ist noch nicht definitiv geklärt, um welchen Schiffstyp es sich handelt: Karavelle oder Nao. Mit einer Art Unterwasserstaubsauger befreien die Taucher das Areal vom Sand - auf der Suche nach eindeutigen Hinweisen. Die Experten können zwar Holzstrukturen ausmachen, doch typische Merkmale finden sie nicht.

Keine Zeitdokumente über Schiffsbau


Bis heute weiß die Wissenschaft nur wenig über den Schiffsbau des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Aufzeichnungen, Pläne oder Stiche aus jener Zeit liegen nicht vor. Eine Rekonstruktion ist nur über archäologische Hinterlassenschaften möglich. Geschütze, Anker und Form der Spanten erlauben aber eine erste Arbeitsthese: Hamilton und Castro glauben, sie haben es mit einer Karavelle zu tun. Ein Bootstyp, den die Spanier vornehmlich auf Expeditionen nach Übersee einsetzten.

Schwerer Rückschlag

Der Archäologie Filippe Castro ist fest entschlossen, den gesamten Rumpf zu bergen und wissenschaftlich auszuwerten. Auch er hat eine Holzprobe prüfen lassen, die Analyse kommt aus Miami. Die Amerikaner datieren die Planken auf 1530 bis 1550. Ein Ergebnis unter Vorbehalt, denn eine umfassende Untersuchung hat nicht stattgefunden.


Vor Ort vermessen und dokumentieren Castro und sein Team jedes einzelne Fundstück. Anzahl und Umfang der Objekte geben vor, welches Equipment für die geplante Großaktion benötigt wird. In nur wenigen Wochen will das Team mit der Kampagne beginnen. Ein entsprechender Antrag des archäologischen Instituts in Texas ist gestellt. Die Papiere liegen zur Prüfung bei der panamesischen Regierung.




Doch dann kommt das vorläufige Aus. Der Gouverneur der Provinz verweigert die Bergungserlaubnis. Die Wissenschaftler müssen unverrichteter Dinge abziehen. Ein schwerer Rückschlag. Die Akte Christoph Kolumbus kann selbst nach 500 Jahren noch immer nicht geschlossen werden. Zu viele Rätsel ranken sich um seine Reisen und seine Person.

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