Akyia auf Mammutjagd

Die Geschichte eines Rentierclans

Vor 100.000 bis 40.000 Jahren entdecken die Sapiens fast alle Gebiete dieser Erde. Einige wenden sich nach Asien, andere in Richtung Europa. Durchgeschüttelt von glazialen Winden ist der eiszeitliche Winter außerst unangenehm. Keine günstigen Bedingungen für einen Homo sapiens. Wir begleiten einen Rentierclan auf Mammutjagd.

Die einzige Nahrungsquelle des Menschen ist Fleisch. Aber die Wildtierherden werden immer weniger, manchmal verschwinden sie ganz und Hungersnöte greifen um sich. Der Homo sapiens bleibt immer in Bewegung, immer auf der Suche nach Wild. Er lebt in Tipis, die er aus Ästen und Fellen herstellt. Oft lässt er sich auf Hügeln nieder, um die Übersicht zu behalten. Während dieser Zeit der Entbehrungen ist es kaum möglich, Kinder großzuziehen. Die meisten verhungern oder erfrieren in ihrem ersten Winter.

Gewaltige Tier aus dem Norden



Bei Sonnenuntergang hört die Gruppe eines Reintierclans einen Schrei, den sie noch nie gehört hat. Gewaltige Tiere kommen aus dem Norden heran, die mit zotteligen, langen Haaren bedeckt sind und enorme Stoßzähne besitzen. Das Mammut lebt in großen Herden zusammen. Die Warmphasen machen den kälteangepassten Tieren allerdings schwer zu schaffen.

Schlechte Erfahrungen mit Menschen

Der alte Schamane des Clans hat schon von Mammutjagden gehört, aber er kann Rentierclanchef Akyia zunächst nicht überzeugen. Schließlich setzt sich der Schamane aber durch und verspricht Akyia die Hilfe der Ahnen bei dem Angriff auf die Riesen. Akya weiß genau wie man ein Rentier tötet, Hirsche oder Wildschweine, aber noch niemals hat er versucht, ein so großes Tier anzugreifen. Obwohl ihre Herzen vor Angst bis zum Hals klopfen, versuchen sie es.


Aber die Mammuts sind zu schnell. Sie benutzen einen alten Weg durch die Schlucht, doch ihr Durchgang ist versperrt. Seit einem Erdbeben vor wenigen Jahren kann man nicht mehr durch die Schlucht ins nächste Tal gelangen. Die Tiere kehren um und bemerken die Verfolger. Die Mammuts haben bereits schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und versuchen auszubrechen. Das Jungtier verliert den Anschluss an die Herde. Einer der Männer wird niedergetrampelt, denn selbst der kleinste unter den Riesen scheint eine unüberwindliche Beute zu sein.

Doch von unerwarteter Seite naht Hilfe. Eine Neandertalergruppe schließt sich der Jagd an. Sie haben Fackeln mitgebracht und das Tier hat offenbar Angst vor Feuer. Eine Neandertalerfrau erschreckt das Jungtier und zwingt es umzudrehen. Ihre Speere nützen nur wenig gegen die dicke Schwarte des Tieres, aber sie haben keine Wahl. Das junge Mammut versucht durchzubrechen, doch im Ausgang der Schlucht warten bereits die Neandertaler. Sie wissen, dass es nicht genug ist, die Beute von der Herde zu trennen. Man muss jeden Ausweg abschneiden. Die Neandertaler sind die besseren Jäger, und so wird das Mammut erfolgreich umzingelt.

Gemeinsame Beute

Sapiens und Neandertaler haben sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte gemeinsam um eine Beute geschart. Die Männer und Frauen halten zusammen, getrieben von dem gleichen Instinkt zu überleben. Immer enger wird der Kreis um ihre zottelige Beute. Als sich das Wesen endlich in der Reichweite ihrer Lanzen befindet, versuchen Sie gezielt die Punkte anzugreifen, wo die Speckschicht am dünnsten ist: Am Bauch und am Anus. Die Allianz der Jäger überwindet schließlich die Kraft des Riesen.



Diesmal muss niemand Hunger leiden. Der Schamane dankt den Ahnen noch bis tief in die Nacht hinein für die erfolgreiche Jagd. Der Rentierclan hat soeben die organisierte Großwildjagd erfunden. Eine neue Methode, die tiefgreifende Konsequenzen für das Leben der Menschen haben wird.

Solidarität und Anziehung

Das Mammutfleisch stellt einen enormen Nahrungsvorrat dar. Der Clan kann sich nun Monate Zeit lassen, bevor er wieder jagen muss. Neandertaler und Sapiens versammeln sich um ihr gemeinsames Mahl. Sie spüren Gefühle wie den Wunsch, einander zu helfen, Solidarität untereinander und gegenseitige Anziehung. Die Neandertalerin möchte den Chef des Rentierclans zum Gefährten, aber er hat bereits zwei Partnerinnen und ohne ihre Zustimmung kann er keine neue Bindung eingehen. Sie stimmen zu. In Zukunft werden alle vier zusammenleben. Die beiden Clans können viel voneinander lernen. Nach und nach erlernen sie sogar die Sprache des anderen.



Akyia möchte die Nacht bei seiner neuen Frau verbringen. Dem Schamanen gefällt diese Verbindung nicht. Die Neandertalerin ist ihm verdächtig. Sie ist zwar ebenfalls ein Mensch, aber trotzdem völlig anders. Die Ahnen werden diese Verbindung nicht gutheißen. Für die Beziehungen zwischen Sapiens und Neandertalern gibt es immer noch wenig Beweise.

Magische Momente

In der Nacht wirft der tiergehörnte Kopfschmuck des Chefs einen Schatten auf den Felsen. Der Schamane glaubt, dass die Natur des Tieres, die normalerweise den Geist des Chefs beherrscht, nun auf dem Felsen tanzt. Er möchte eine bleibende Erinnerung an diesen magischen Moment. Deshalb folgt er den Umrissen des Schattens mit einem Stück Holzkohle. Der Schamane hat Akyias Geist auf dem Fels fixiert und den Chef so vor der Frau gerettet. Vor 40.000 Jahren wurden die ersten Symbole auf Steine gezeichnet, die Geburt der Kunst. Diese Erfindung sollte universellen Einfluss haben.

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