Albrecht von Wallenstein

Eine kurze Biografie

Seine Eltern starben früh und hinterließen ihm nicht viel außer einem klangvollen Namen: Albrecht Eusebius Wenzel von Wallenstein. Als Kind sollte er wegen Brutalität von der Schule fliegen. Doch aus dem kleinen böhmischen Rüpel wurde einer der mächtigsten Männer im Europa des 17. Jahrhunderts.

Albrecht Eusebius Wenzel von Wallenstein wurde am 24. 9. 1583 in Nordböhmen geboren, auf dem Gut Hermanic bei Arnau. Seine Eltern waren zwar aus altem Adel, aber nicht besonders wohlhabend. Albrecht besuchte zunächst die Schule in Goldberg und Altdorf, wo er lutherisch erzogen wurde. Später trat er zum Katholizismus über.

Erfolge in Heer und Politik

Wichtiger war ihm ohnehin das militärische Leben: 1604 trat er in den Dienst der Habsburger Monarchie. In ihrem Auftrag kämpfte er gegen die Aufstände in Venedig und Böhmen. 1609 heiratete der adlige Habenichts aus Böhmen eine der reichsten Frauen Mährens. Lukretia Nikessin von Landek war verwitwet, kinderlos und etwas älter als Wallenstein. Als sie vier Jahre später starb, wurde Wallenstein Alleinerbe und bekam so die Mittel für den Aufstieg zum mächtigsten Magnaten Mährens in die Hände.

Sein erstes eigenes Kommando übernahm er 1621. Zum Dank für den militärischen Erfolg erhielt er vom Habsburger Kaiser Ferdinand II. große Ländereien. Wallenstein hatte ein Ziel erreicht: Er war selbst ein Herrscher geworden und regierte unumstritten in seinem Fürstentum "Friedland". Teilweise besaß er mehr als ein Viertel von ganz Böhmen.

Unverzichtbar im Kampf des Kaisers

Als der Niedersächsische Bund 1625 dem Kaiser zusetzte, konnte Wallenstein helfen: 20.000 Mann konnte er dem Kaiser anbieten. Wallenstein vertraute erfolgreich auf die Parole: "Der Krieg ernährt den Krieg"- aus den Einkünften der Ländereien konnte die Truppen immer wieder aufgerüstet und bezahlt werden. Zwei Jahre später vertrieben Wallensteins Truppen - inzwischen auf 150.000 Mann angewachsen - den dänischen König Christian IV. Damit war Wallenstein auf dem Gipfel seiner Macht: Auch Mecklenburg, Holstein, Schleswig und Jütland beherrschte er.

Kein Wunder, dass seine Neider und Konkurrenten nicht untätig waren: 1630 erzwangen die Jesuiten verbunden mit Maximilian von Bayern und den deutschen Fürsten Wallensteins Absetzung. Doch ohne Wallensteins Macht war der Kaiser hilflos: 1632 wurde er wieder gebraucht, im Kampf gegen die Schweden. Erneut übernahm er den Oberbefehl. In einer der berühmtesten Schlachten des 30jährigen Krieges schlug er bei Lützen den schwedischen König Gustav II. Adolf. Nach dem Sieg begann er Verhandlungen mit den Schweden - und drohte, noch mächtiger zu werden.

Das Ende

Wallensteins Gegner bestürmten den Kaiser gegen den mächtigen Feldherren vorzugehen. Eine kaiserliche Verlautbarung vom 23. 2. 1634 warf Wallenstein Verschwörung mit den Schweden vor und befahl, ihn tot oder lebendig zu fangen. Der irische Hauptmann Devereux folgte der Anordnung und erstach Wallenstein in Eger - in seinem Bett. Am 25. 2. 1634 endete das Leben dieses wichtigsten Heerführers seiner Zeit.

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