Alexanders Triumph

Tollkühne Strategie

Kann Aberglaube wirklich ein mächtiges Reich stürzen, oder sind es eher handfeste Gründe, die den Ausschlag geben? Überlegene Taktik oder eine überlegene Waffe wie die makedonische Lanzenspitze, die so genannte Sarissa, waren der taktische Trumpf Alexanders, sagen die Professoren.

Die Sarissa hat eine aus bestem Eisen geschmiedete Klinge, stahlhart, ein Hightech-Kriegsinstrument der Antike. Aber ihr eigentliches Geheimnis ist der lange Stock.

Hochtrainierte Elite

Sieben Meter misst er und wird von den Kriegern mit beiden Händen von unten geführt. Das erfordert große Kraft und Geschicklichkeit - Alexanders hochtrainierte Elite: die Phalanx. Wegen der enormen Länge ragen die Speerspitzen der ersten fünf Reihen aus der Phalanx hervor. Wer diese Truppen angreifen will, der muss sich erst durch einen Wald von Lanzen kämpfen, ehe er den ersten Gegner erreichen kann.

Doch die Elitetruppen, die Darius jetzt aufbietet, gelten als unbesiegbar. Sie werden "Die Zehntausend Unsterblichen" genannt. Aber einen Makel haben diese perfekt gedrillten Kämpfer: Die meisten von ihnen sind Legionäre. Der persische Großkönig führt Soldaten an, die aus aller Herren Länder bunt zusammengewürfelt sind. Es ist eine Söldner-Armee, die gegen Alexander anstürmen soll - und viele der Soldaten stammen aus der Heimat der Gegner.

Schlüssel zum Erfolg

Alexander dagegen kämpft mit hochmotivierten Soldaten - mit Landsleuten, die ihn verehren. Er ist der Mittelpunkt aller Strategie, er ist das Idol - und seinem taktischen Genie folgen seine Männer bedingungslos. Das kämpferische Beispiel, das Alexander gibt, ist der Schlüssel zu ihrem gemeinsamen Erfolg.

Am 1. Oktober 331 treffen die Armeen in der Ebene von Gaugamela aufeinander. Noch kann Darius hoffen. Im offenen Gelände gewinnen seine drei- bis viermal so starken Truppen die Oberhand. Aber inmitten des Tumults spielt Alexander seine Trumpfkarte aus, seine Tollkühnheit: Alles oder Nichts!

Zeitgenössischer Kriegsbericht

Im Britischen Museum London befindet sich eine einzigartige Keilschriftsammlung. Berichte aus einer Zeit, deren große Ereignisse längst im Dunkel der Geschichte liegen. Dr. Irving Finkel hat eine 2.300 Jahre alte Chronik entziffert - Fundort Babylon. Eine Art zeitgenössischer Kriegsbericht über die Ereignisse von Gaugamela.




Das antike Mosaik aus Pompej wird durch diesen Fund historisch bestätigt. Wie auf dem Mosaik dargestellt, könnten die letzten Minuten der Schlacht wirklich abgelaufen sein: Ein sich auflösendes persisches Heer - das ein zielstrebiger Alexander kaltblütig vor sich her treibt. Alexander triumphiert - ein zweites Mal. Und Darius wendet sich zur Flucht - auch er zum zweiten Mal.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet